Full text: Volume (Bd. 15 (1905))

3.2.2.5. Mäklervertrag; bei ihm wird vorausgesetzt, daß die Vergütung versporchen wird für eine künftige Leitung und einen dadurch herbeizuführenden Erfolg. Unterscheid von dem Versprechen der Vergütung für eine bereits geleistete Tätigkeit. Abstrakters Schuldversprechen? (BGB. §§ 652, 780.)

Mäklervertrag; Versprechen für bereits geleistete Dienste? 93
Wie dem Beklagten ohne weiteres zu/glauben ist, hat er sich zu dem
Zeitpunkte, als er das Mäklerversprechen gab, offenbar noch nicht ver-
gegenwärtigt, daß es sich um das anonyme Angebot handelte, auf welches
er sich zuvor durch Einsendung seiner Offerte eingelassen hatte. Zweifellos
würde er sich solchenfalls zunächst abwartend verhalten haben. Wenn er
aber dann, als F. gekommen war, und er aus der Verhandlung mit diesem
ersah, daß das ihm schon von E. porgeschlagene Geschäft/mit dem, aus
welches sich die Annonce bezogen hatte, identisch war, den Agenten E.
fernerhin nicht mehr zuzog, so kann ihm daraus kein Vorwurf gemacht
werden, insbesondere weil ja den Leistungen des Genannten gegenüber
dem, was er nun mit F. besprochen hatte und weiter besprechen konnte,
eine selständige Bedeutung nicht zukam.
e) Mällervertrag; bei ihm wird vorausgesetzt, daß die Vergütung ver-
sprochen wird sür eine künftige Leistung und einen dadurch herbeizufüh-
rende» Erfolg. Unterschied von dem Versprechen der Vergütung für
eine'bereits geleistete Tätigkeit. Abstraktes Schuldversprechen? (BGB.
88 652, 780.) ' ^7
(Urteil des Oberlandesgerichts Dresden vom 29. Dez. '1903. 4 0 171/03.)
Kläger behauptet, der Beklagte habe, ihm schon im Jahre 1900 den
Auftrag zum Verkaufe, seines Grundstücks erteilt, den Auftrag später jedoch
wieder zurückgezogen. Kurz vor Weihnachten 1902 habe, er den Beklagten
wieder ausgesucht und gefragt, ob er nicht verkaufen, wolle. Beklagter habe
dies bejaht. Kläger habe ihm darauf den Fleischer B. als Käufer genannt,
Beklagter habe dann als Kaufpreis 108000 M. verlangt,, ihm.nähere An-
gaben über das. Grundstück gemacht jedoch noch bemerkt, er würde aber
nur verkaufen, wenn sein Sohn die.Fleischexei nicht, .übernehme. Gleich^
zeitig habe-Beklagter ihm versprochen, er werde, falls. der Haus.-mit B.
zustande käme;:ihm 1% von der Kaufsumme als Vergütung gehen dafür,
daß ihm Kläger B. als eventuellen Käufer nachgewiesen habe. Kläger will
hierauf. B. ausgesucht und ihm den Inhalt der Unterredung mit Beklagtem
mitgeteilt.haben.B. habe darauf zunächst ergebnislos, mit Beklagtem ver-
handelt, am . 12..-Jan. 1903 aber, allerdings ohne Klägers Mitwirkung,
von ihm das.Haus, für 95000 M. gekauft. 7.
Der Kläger fordert hiernach eine Mäklergebühr von 950 M-
. In erster Instanz wurde die Klage abgewiesen.
Auf die Berufung des Klägers wurde aus einen Eid.über das be?
hauptete Versprechen erkannt. . .7/. .
Aus den Gründen:
- Daß zwischen den Parteien ein Mäklervertrag im Sinne, von §§ 652 ff.

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