Full text: Volume (Bd. 15 (1905))

8.7. Ernst, W., und M. Krohne, Die Zivilprozeßordnung.

8.8. Gareis, Die Fortschritte des internationalen Rechts im letzten Menschenalter.

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Literatur.

nicht in jedem einzelnen Punkte die Ansicht des Verfassers teilen kann, daß aber
dadurch der Wert des- Buches nicht beeinträchtigt wird. Daß unter den allge-
meinen Feiertagen (§ Bl) der Karfreitag nicht miterwähnt ist, beruht offenbar auf
einem Versehen. vr. Wulfert.
Die Fortschritte -es internationalen Rechts im letzten Menschenalter. Von Gareis.
Dresden, t>. Zahn-Jaensch. 1904. Ladenpreis 1 M. A
Die kleine Schrift von Gareis ist die Wiedergabe eines Vortrags, den der
berühmte Gelehrte im Oktober 1904 in der Gehestiftung zu Dresden gehalten hat.
Sie bildet eines der Hefte, welche die genannte Stiftung unter dem Gesamttitel
„Neue Zeit- und Streitfragen" herausgibt, und legt in knapper, fesselnder Weise
dar, wie das internationale Recht im letzten Menschenalter zwar manche Fort-
schritte gemacht hat (Gareis erwähnt dabei besonders das Konsularrecht, die Unter-
drückung des Sklavenhandels, verschiedene Schiffahrtsakte, die Genfer Konvention,
die Haager Konventionen, das internationale Post- und Eisenbahnwesen, die das
Urheberrecht betreffenden Staatsverträge und das internationale Sanitätswesen),
daß aber namentlich auf dem Gebiete des internationalen Privatrechts noch un-
endlich viel zu wünschen bleibt. Der Vortrag schließt mit dem Hinweis auf die
zwei Gruppen treibender Gefühle, die egoistischen und die altruistischen, deren
Ausgleich sich immer mehr auch auf die Völker erstrecken möge.
Dr. Felix Bondi in Dresden.
Die Zivilprozeßordnung. In Frage und Antwortform dargestellt von W. Ernst
und M. Krohne, Gerichtsreferendare. Berlin 1904. Verlag von H. W. Müller.
411 Seiten. Preis 7 M.
Nach einleitenden Ausführungen über den Begriff des Zivilprozesses, einen
Überblick über die geschichtliche Entwickelung des Zivilprozeßrechts in Deutschland
bis zu den Reichsjustizgesetzen, die Geschichte der Entstehung der ZPO. und über
die Grundzüge des Verfahrens wird eine umfassende Darstellung des Zivilprozeß-
rechtsstoffes in Form von Antworten auf (insgesamt 1348) Fragen über diese
Rechtslehre gegeben. Gefragt wird nach der Reihenfolge der Gesetzesbestimmungen
unter ziffernmäßiger Beifügung aller für die Beantwortung in Betracht kommenden
Paragraphen, geantwortet wird mit dem wesentlichen Wortlaute des Gesetzes und
nach Bedarf mit kurz gehaltenen Ausführungen über Sinn, Zweck und Grund der
jeweiligen Vorschriften und deren Bedeutung für das Ganze oder den Vorschriften-
kreis, zu dem sie gehören. In Rechtsprechung und Schrifttum anfgetauchte Zweifel
und Streitfragen werden selbständig und ohne Begründung entschieden, nicht
immer im Sinne der herrschenden Rechtsprechung und Rechtsanwendung (vgl.
Frage 1048 unter I e; Frage 1066 sWerkvertragsverhältnis; Frage 1119; Frage 1145
und dagegen RG. 55, 334; Frage 1175 und dagegen RG. 48, 242; Frage 1229:
Terminanberaumung ablehnbar? Frage 1233 u. a. m.).
Die Verfasser haben sich zum Ziele gesetzt, dem Studenten und Referendar
zu erleichtern, sich die notwendige Herrschaft über die ZPO. anzueignen. Der somit
verfolgte Lehrzweck ließ es bisweilen angezeigt erscheinen, Fragen einfacher, leichter
verständlich, sowie minder verwickelt und unvermittelt zu stellen; dagegen ist wert-
voll, daß meist die Frage nicht bloß aus Wiedergabe des einzelnen Paragraphen
abzielt, sondern allgemeiner gehalten ist, so daß die Antwort eine zusammen-
fassende, übersichtlich gegliederte Darstellung des gesamten, bei der betreffenden
Einzelvorschrift mit einschlagenden Gesetzesstoffes bildet.

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