Full text: Volume (Bd. 18 (1858))

Die Teilnahme am Verbrechen. S9
Benennungen vor, wie im straßburger Stat. §. 5. 6. und im
Schwabensp. e. 195 (W.): Helfer; im leipziger Schöffenspruch
aus dem 16. Jahrhundert bei Haltaus p. 471 z. A.: Ursachere,
Volger und Geferken. Eine ungewöhnliche Bezeichnung hat Zips
14: „der selbschuldige und alle, die ihm des zulegen, die haben
leib und gut verloren."
III. Wie in dem Gesetze des angelsächsischen Königs ^etbelred
(VI, 18) daedbana und raedbana, der welcher den Todschlag ge-
than, und der welcher ihn gerathen hat, (Grimm, R.-A. 626.
Wili>a S. 611) zusammengestellt sind, so ist in den deutschrecht-
lichen Quellen das alliterirende Rath und That sehr häufig,
und Rath bezeichnet, wie in den älteren germanischen Quellen
(Wilda S. 627) die intellektuelle Theilnahme überhaupt, (Sach-
sensp. II, 72. §. 4. III, 46. §. 2. 78. §. 9. Goslar 32, 14. 38,
25. 40, 32. 36. 37. 42, 32. 47, 35. Dist. IV, 9, 1. 10, 4. Bam-
berger Stadtr. 157. vgl. 156. Grimm, Wsth. I, 543. §. 70.
Magdeb. Wsth. Rr. 15. 16.) aber auch speciell die Erweckung des
Entschlusses oder die Anstiftung zum Verbrechen, so daß, wenn
man zunächst den Thäter ins Auge faßt, auf der einen Seite der-
jenige steht, welcher mit dem Rathe vorangieng, auf der andern
Seite die Nachfolger. Kulm V, 30: „Wer dupheit retet und
sp der andir tut. Unde ist das eyn mensche deme andirn retet
daz is stele und spricht also: gang hyn und styl deme das und
brenge myrs und gyb myrs halb ich wil is dir behalden. Und tut
her das und das gut wirk begryffen in des gewalt deme is do b e-
volen Wirt.-Spricht abir dysir her sy syn geselle dor an
und her hys is ym stelen und her bevul is ym" rc. re. V, 32:
„Der dupheyt retet adir hylfet tun. Wer rat adir hülfe
eynem manne tut das her stylt der ist der dupheyt schuldig" rc. rc.
In demselben Rechtsbuche ist III, 26. 27. 37 der Ausdruck Vor-
retnysse eines Todschlags, Mordes, gebraucht.
In der neueren Doctrin ist die Neigung vorherrschend, den
Rath nicht als eine Art oder Form der Anstiftung gelten zu lassen,
während nach den germanischen und altdeutschen Rechtsquellen An-
stifter grade sehr häufig derjenige ist, im Gegensätze zum Thäter,
der diesem den Rath zur Begehung des Verbrechens gegeben hat.
Zum Theil mag die häufige Nennung des Rathes in dieser Be-
ziehung auf die der alten Rechtssprache eigene Liebe zur Allitera-

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