Full text: Volume (Bd. 18 (1858))

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Abegg:
auf der Stelle todt blieb. Bald, den 26. Aprilis, den Sonnabend
hernach, ward dem Thater vor des Entleibten Thüre die rechte
Hand abgehauen, danach an seinem Leibe auf allen vier Kreuzen
mit glühenden Zangen gerissen, und endlich beim Galgen aufs
kürzeste gerädert, das Haupt abgehauen, sammt der Faust auf eine
Stange genagelt und der Körper aufö Rad geleget" Nicht so
schwer wird dagegen wieder einmal ein Verwanbtenmord (denn
auch hier entscheidet der Ausdruck Todtschlag nicht, da der ganze
Inhalt der Erzählung entgegensteht) geahndet. "Den 27. Junii
1584: Ein Bauerknecht von Neubors erschlug seiner Mutter Bruder
und Vormund, einen alten Mann von Reubors, weil er ihm nicht
den Theil von der Erbschaft hat geben wollen, seines Brüdern, der
22 Jahr außen gewesen, und gleichwohl hernach wieder heimkom-
men ist. Hat ihm den Todtschlag ganzer 9 Jahr lang
nach getragen. Ward den dritten Tag darnach gerädert""^.
Noch sei der eigenthümlichen Strafe eines Gewohnheitsmörders
gedacht, von einer seltenen Ausartung des Gemütheö,07). „Den
27. Dec. 1575. Zum Sagan ward Peter Wolsgang, sonst Pusch
Peter genannt, die rechte Hand abgehauen, mit Zangen gerissen,
zur Stadt hinaus geschleifet und an einen Spieß gezogen. Hat
30 Morde (darunter 6 schwangere Frauen und so viel Leibesfrüchte,
denen er die Herzlin auSgezogen und sie gefressen, daß er nicht
möchte gefangen werden), 4l Wittwen, 6 Kirchenranbe und andere
Uuthaten mehr begangen"
Im Anschluß an die Artikel 139 —145 der peinlichen Gerichts-
ordnung lasse ich einen Fall der Nothwehr folgen, wo es jedoch
nicht zum Urtheil kam. „Den 14. Febr. 1599 hat der Lackey,
Hofschneider aus des Kaisers Hof, zur Beschützung seines
105) IV. S. 93.
106) IV. S. 118. Der Fall eines Mordes in Concurrenz mit Ehebruch,
IV. S. 119., ist früher erwähnt worden. S. oben Note.
107) Bgl. Feuerbach's Rechtsfälle Th. I. S. 97. Milder, d. h. ohne
weitere Schärfungen, war 1521 verfahren worden, a. a. O. III.
S. 11. "Den 13. Mai ward ein Mörder geradbrecht, der bei dem
Huudsfelde am Sandberge bei dem Einsiedel viel Morde begangen."
108) A. a. O. IV. S. 79., daselbst S. 182: Mord von einer Magd an
dem Kind ihrer Herrschaft begangen, mit Handhauen und Er-
säufen 1596 bestraft.

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