Full text: Volume (Bd. 18 (1858))

ät6 Kompe:
und einem Bruchtheile, welchen letzteren die römischen Juristen
weggelassen haben ,M). In fr. 3. §. 12. de suis et legit. (38.16.)
wird nun der 182ste Tag als Anfang des siebenten Monats be-
zeichnet, so daß hiernach der sechste Monat mit dem 181sten Tage
schließt, mithin 181 Tage zum halben Jahre gehören wurden.
Legt man der Berechnung die Zahl der Monate zum Grunde, so
ist das halbe Jahr gleich sechs Monaten, und da der Monat in
der Regel zu 30 Tagen gerechnet wird (v. Savigny a. a. O.
S. 340.), so enthält das halbe Jahr 180 Tage. Nach Analogie
der im Art. 25. des revidirten Postvereins-Vertrags für recom-
mandirte Briefe und der im königlich preußischen Postgesetze vom
5. Juni 1852 §. 18. festgesetzten Verjährungszeit von sechs Mo-
naten wird der im Art. 62. bestimmte Zeitraum von einem halben
Jahre gleich dem von sechs Monaten zu rechnen sein "*).
Da nach bekannter Rechtsregel der letzte Tag völlig ab-
gelaufen sein muß, wenn mit Ablauf einer bestimmten Frist der
Verlust eines Rechts oder einer Befugniß eintreten soll, und dieser
Satz namentlich bei der Klagenverjährung gilt146), so ist die Befug-
niß zu reclamiren erst mit vollständigem Ablaufe des 180sten Tags,
vom Tage der Einlieferung der Sendung an gerechnet, erloschen.
Diese Verjährung wird nicht allein durch Anmelden der Klage,
sondern auch durch Anbringen der Reclamation bei der zuständigen
Poststelle unterbrochen.
Nach dem oben erwähnten königlich preußischen Gesetze be-
ginnt, wenn auf eine Reclamation eine abschlägige Bescheidung
erfolgt, vom Empfange derselben eine neue Verjährung, welche
durch eine Reclamation gegen jenen Bescheid nicht unterbrochen
werden soll.

143) v. Savigny a. a. O. S. 339. »ot. h.
144) Die redhibitorische Klage verjährt nach fr. 19. §. 6. fr. 38. pr. de
aedil. edict. (21. 1.) in sechs Monaten.
145) v. Savigny a. a. O. S. 351.
146) Fr. 6. de obl. et act. (44. 7.) v. Savigny a. a. O. S. 390.

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