Full text: Volume (Bd. 18 (1858))

lieber die rechtliche Natur der Reallasten. 167
quando promisso die non foret talis pensio persoluta,
dicti homines de R. et M. de consilio et voluntate nostra datis
praedicto Leupoldo octo libris Wiennensis monetae praedictam in-
sulum libere et absolute (zinsfrei) suis usibus conquisierunt
perpetuo servituram, eximentes se a pensione librae memoratae et
a poena dupli, quae in primo contractu fuerat constituta. — Daß
hier unter dem einen Pfund Wiener Münze ein Zins, und unter der
poena dupli die Zinsbuße zu verstehen sei, bedarf wohl keiner wei-
teren Ausführung; es liegt darin aber der Beweis, daß die Zinsbuße
als Strafe aufgefaßt wurde. Auch der weitere Inhalt der Ur-
kunde ist an sich klar: die Erwerber der Insel verpflichten sich zu
einem jährlichen Zins, und zu einer Zinsbuße im Falle sie säumig
in der Zinszahlung sind, lösen dann aber Zins und Zinsbuße durch
eine Kapitalzahlung ab.
Daß auch das neuere Recht die Zinsrückstände nicht als ding-
liche Last des Grundstücks, sondern als persönliche Schuld des
Besitzers auflaßt, dafür spricht z. B. der Cod. Max. Bav. civ. II,
10. §. 4. (bei Kraut) 7mo: „Haftet der Gutsinhaber für die
von seinem Vorfahren etwan verfallen- und rückstän-
dige Zeh enden nicht, er sei dann successor universalis;" und
ebenso das badische Landrecht, (Code Nap. für Baden) §.710:
„Das Grundeigenthum des Guts oder ein dritter Besitzer des letz-
teren kann für Gülte rück stände n i ch t angegriffen
werden."
Daß nach dem 4ns provinciale Ducat. Prussiae vom Jahre
162042) auch die Zinsrückstände auf dem Gute haften,
und mit dem Gute die Pflicht zur Bezahlung derselben auf jeden
Erwerber übergehen soll, kann nicht als Gegenbeweis gegen die
oben vertheidigte und durch Quellenzeugniffe belegte Ansicht ange-
führt werden, da darin nur eine Ansicht der brandenburgischen Ge-
setzgeber ausgesprochen ist, welche schon seit dem 16. Jahrhundert
vielfach vom gemeinen Rechte abweichende Bestimmungen erließen.
42) Jus prov. ducat Prussiae L. 4. tit. 6. art. 3. §. 1. Si quis fundum
debentem censum vel alia onera emat, — ad onera census, non
saltem futuri, sed etiam ad ejus reliqua praestanda et solvenda
obligatur. Census enim et publicarum pensitationum onera real i a
sunt, quae personam minime concernunt, sed cum ipsa ra in
emptorem transeunt.

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