Full text: Volume (Bd. 10 (1846))

Ä50

Eckardt:

überlassen^). Eine Art der Veräußerung liegt auch in grober De-
terioration, daher verliert sie das Gut, wenn sie Obstbäume abhaut
und Leute m Gute verweist^).
Alle Mobilien, die sich auf dem Grundstück befinden, stehen
natürlich in ihrer Gewehr; auch die darauf stehenden Gebäude be-
finden sich darin, und diese kann sie auf ihre eigenen Grundstücke
und so in ihre Eigcnsgewehr hingen50).
III. Wird ein Weib mit Rechte von ihrem Manne geschie-
den, also hauptsächlich wegen Verwandtschaft, so folgt ihr das Leib-
geding5'), doch ist die merkwürdige Singularität dabei, daß sie in
diesem Falle keine Gebäude vom Gute entführen darf5?).

48) Süden, a. a. O. II. S. 1257. — Auch were Sache, daz Oilkin
(eine Witwe) denselben Widem an Contzgin v. Kesselstadt yren
Eydem wenden oder yme geben wulde, yre lebetage lanik, dez sal
sy macht habe».
49) S.Sp. I. 21 §. 2. Libzucht kan den vraven niman brechen — si
en verwirkez selben, so daz si obezbonme uf Howe, oder lute von
dem gute verwise, die zu dem gute geborn sin, oder zu wilcher
wis si ire libzucht uz von iren gemeren let, — (si en wider tu ez
binnen iren rechten teydingen, swenne sie dar umme geschuldigt
wirt) — dar mac si mete verliseu. Rechtsb. n. Dist. I. 20. 17.
50) S.Sp. III. 58 §. 4. Daz wiben erbet ouch nichein gebouwe ns iren
erben, daz ns irme libgezuge stet, sie en neme ez obe bi irme libe
und seczn ez uf ir eigen oder uf ir lehn. 1l. 21 §. 3. Meiste
(Grundsätzedes tentschen Privatrechts nachdem S.Sp. §. 12. S. 51.)
will aus jenen Stellen ein eigenthümliches Recht der Witwe, auf
dem Leibgedingsgrundstücke wohnen zu dürfen, construiren; allein
mit Unrecht. — Eben so gut wie Gebäude darf die Leibzüchterin
übrigens natürlich auch andere Mobilien vom Grundstücke eutfüh-
ren; es finden sich in den Quellen aber nur die Gebäude speciell
genannt, weil das allerdings etwas exorbitant ist.
51) Schw.Ldr.e. 24. Wirt der man von sinem wibegescheiden, vnd daz
sie beidiv niht enwiffen daz si bi ein ander ze vnrechte sazen, si
behaltentir selber gvot vnd ir morgengabe, vnd ir lipgedinge daz
er ir gab. Art. 146. S.Sp. 1. 21. §. 2. Wirt san ein man mit
rechte van sime wibe gefceiden, se behalt doch ir lifgetucht, de
he ir gegeben hevet an sineme egene. Rechtsb. n. Dist. I. c. XXII. l. 2.
A. Kulm. R. IV. 64. Rechtsb. Rupr. v. Freysing 21.
22) S.Sp. UI. Wirt ein wib mit rechte von irme manne gescheiden,

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