Full text: Volume (Bd. 10 (1846))

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Hof fma n n:
tenfolge eintreten zu lassen. Dieses System ist die reine Lineal-
solge, welche sich z. B. in dem österreichischen Gesetzbuch ausgebil-
det findet, und steht im Gegensätze zu den beiden vorhergehenden
Systemen, als der bloßen Linealgradualfolge, welche wieder zwei
Stufen umfaßt, indem unter den verschiedenen Abkömmlingen gleich
naher Ascendenten bei gleicher Nähe des Grades bald nach Köp-
fen, bald nach Linien und Stämmen gctheilt wird. Die Linealfolge
sowie die Linealgradualfolge in ihren beiden Richtungen begreift man
unter dem Namen Parentelordnung. — Durch die Idee der Lineal-
folge, vermöge welcher die einzelnen Linien und Unterlinien, sowie
ihre Häupter auseinander gehalten und von den Abkömmlingen
derselben vertreten werden, wird man endlich zu dem höchsten Sy-
stem, dem reinen Nepräsentationssystem hinauf getrieben, indem hier
die einzelne Linie und Unterlinie nicht bloß durch ihre Abkömmlinge
sondern in Ermangelung derselben weiter durch die Voreltern und
ihre weitern Verwandten, also zuvörderst ihre Abkömmlinge, vertre-
ten wird, gleichwie der Erblasser selbst in Ermangelung von Nach-
kömmlingen durch seine Eltern und weitern Verwandten beerbt wird.
Erst dieses System enthält eine durchgehende Gliederung. Die näch-
sten gleichstehenden Verwandten werden hier in ihren Abkömmlingen,
Eltern und weiteren Verwandten auf gleiche Weise geehrt. Die
Eltern, um bei ihnen als nächstem Ausgangspunkt der Verwandt-
schaft stehen zu bleiben, werden als einzelne Glieder (Vater und
Mutter) nicht bloß für sich, sondern auch in ihren Nachkommen und
dann in ihren weiteren Verwandten einander gleich gestellt.
Die verschiedenen Systeme der Erbfolge der Verwandten stel-
len sich hiernach von oben nach unten in folgender Stufenfolge dar:
1) Das Nepräsentationssystem. Nach demselben erben
die verschiedenen Linien und Unterlinien, insoweit sie nicht selbst von
einander abstammen, ohne Rücksicht auf die Nähe des Grades ne-
ben einander, jede Linie re8x. Unterlmie wird durch ihre Stamm-
halter, resp. durch deren Nachkommen, nach den Regeln der Des-
cendentenfolge, in deren Ermangelung aber durch deren Eltern und
jeden Elterntheil, dann ebenso weiter durch seine Abkömmlinge und
in deren Ermangelung durch seine Eltern u. s. w. vertreten.
2) Die Linealfolge. Hier tritt zwar auch eine abgeson-
derte Erbfolge der einzelnen Linien, aber modificirt durch die Gra-
deSnähe der Linie, ein. Nur Linien desselben Grades erben neben

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