Full text: Volume (Bd. 10 (1846))

Das Wesen der Jmestaterbfolge. 385
der Stellung, d. h. durch die Theilnahme der beschränkten unbevor-
zugten Personen an dem Vermögen der Emancipirten und an der
dos der ausgestatteten Tochter ausgeglichen werden. Bei der Col-
lation des Kaisers Gordian dagegen war es auf Ausgleichung der
in der früheren Theilnahme an dem nachher von allen gleich beerb-
ten Erbvermögen von Seiten einer Person liegenden Beschränkung
der in gleicher Stellung sich befindenden Miterben durch Theilnahme
an dem Voraus, der Ausstattung als Bestandtheil des Erbvermö-
gens, mithin durch das Einwerfen der Ausstattung in das übrige
Erbvermögen abgesehen. Die Collation der dos profectitia kam
also allen Erben zu gute, weil man hier die aufzuhebende Beschränkung
zunächst in der Ausstattung der nachher zur Erbschaft gelangten
Tochter aus dem Erbvermögen erkannte, durch das verminderte
Erbvermögen aber alle benachtheiligt waren; die prätorische Collation
aber war bloß zum Vortheil der Hauskinder eingeführt, welche durch
das Zusammentreffen mit den emancipirten Kindern und der ver-
heiratheten Tochter in ihrem Erbtheil beschränkt worden waren,
weil eben in dieser Beschränkung von Seiten der genannten Perso-
nen, wenn diese anders Vermögen oder eine Ausstattung erworben
hatten, die auszugleichende Benachtheiligung gefunden wurde. Bei
der prätorischen Collation mußte die Theilnahme der selbstständigen
Kinder an der Erbportion der Hauskinder eine Theilnahme dersel-
ben am Vermögen der selbstständigen Kinder zur Folge haben, bei
der späteren Collation konnte die aus dem Erbvermögen gegebene
Ausstattung nur dann und insolange diesem fremd bleiben, als und
insolange auch der Empfänger der Ausstattung sich von dem Erb-
vermögen entfernt hielt.
Dieses letztere Prineip mußte aber von selbst auch weiter auf
andere Gegenstände überführen, welche eine ähnliche Zweckbestim-
mung, wie die dos hatten. Aus diesem Grunde bestimmte daher
der Kaiser Leo, daß nicht bloß die erhaltene dos, sondern auch die
erhaltene propter nuptias donatio conferirt werden müffe. Der-
selbe Kaiser verordnete aber auch weiter, daß nicht bloß die der
Tochter (mochte sie eine Haustochter oder emancipirt sein) vom
Vater zugewendete dos und propter nuptias donatio bei der Be-
erbung desselben, sondern auch die von den Ascendenten überhaupt
den Descendentcn gegebene dos, oder propter nuptias donatio bei
ihrer Beerbung von den Bedachten conferirt werden müsse. Diese
Zeitschrift f. deutsches Recht. iu. Band 5. H. 26

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer