Full text: Volume (Bd. 10 (1846))

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Hoffmann:
der Ehegatten an dem Vermögen und als Recht der Verwaltung
an diesem Vermögen von Seiten des bewegenden Princips der ehe-
lichen Gemeinschaft des Mannes dar, welche beide integrirende Be-
standtheile eines Ganzen bilden und, wie schon in unserer Beurthei-
lung des En Wurfes des Personenrechts näher gezeigt wurde, nicht
abgesondert behandelt werden dürfen. Eine weitere Folge der ehe-
lichen Verhältnisse sind die Rechte des überlebenden Ehegatten am
ehelichen Vermögen. In diesen veranschaulicht sich näher das ehe-
liche Vermögensrecht. Mithin können die Rechte des überlebenden
Ehegatten in der Behandlung nicht von dem Rechte der beiderseiti-
gen Ehegatten an dem gemeinsamen Vermögen geschieden, am we-
nigsten können aber die Rechte des überlebenden Ehegatten, wie im
Entwurf, vorher abgehandelt werden. Ebenso ist die Stellung der
ehelichen Personen und des ehelichen Vermögens dritter Personen,
den Gläubigern gegenüber, eine Hauptseite der Wirkung des eheli-
chen Verhältnisses, indem es sich hier einmal fragt: inwiefern und
inwieweit dieses Vermögen den Gläubigern, sowohl bei dem Leben
beider Ehegatten, als nach dem Tode des einen Ehegatten haftet;
ob denselben nur das Vermögen der ehelichen Person haftet, mit
welchen sie verkehrt haben, oder ob und inwieweit das ganze ehe-
liche Vermögen ihnen verhaftet ist; ob sie weiter nur pro rsig an
das eheliche Vermögen, nicht aber an das etwaige Sondergut des
anderen oder der Erben desselben sich halten können, und ob die
Person, mit welcher sie verkehrt haben, und ihr Erbe nicht wenig-
stens subsidiarisch ihnen verpflichtet ist; und sodann, wen sie belan-
gen müssen oder können; wer passiv legitimirt ist. Diese Stellung
kann auch nur im Zusammenhänge erörtert und von den übrigen
Seiten der ehelichen Vermögensverhältnisse nicht getrennt dargestellt
werden.

II, Dre Erbfolge der Nachkommen.
Die Erbfolge der Nachkommen ist jetzt bei allen gebildeten Völ-
kern der modernen Zeit gleich, und hat sich auch schon bei den an-
tiken Völkern dem wahren Verhältniß sehr genähert. Namentlich
hat sich dort das Repräsentationsrecht schon früher ausgebildet, wie
denn auch ein geringer Grad von Bildung dazu gehört, um einzu-
fehen, daß, sowie die Eltern in den Kindern, so auch weiter für die
Eltem die Kinder in ihren weiteren Nachkommen fortleben, und

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