Full text: Volume (Bd. 10 (1846))

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Beseler:
Bestand des eingetragenen Rechts, als auch dessen Vorzug ein für
allemal Ln unumstößliche Gewißheit gesetzt, selbst für den Fall, wenn
der Eigenthümer des Grundstücks dem bessern Rechte eines Andern
weichen muß.
c) Der Inhalt des Stadtbuchs giebt vollständigen Beweis;
ein Attest aus demselben ist vollgültiges Beweismittel. — In Streit-
fällen ist das Stadtbuch unbedingt entscheidend, selbst gegen Pro-
tokolle und Vorverhandlungen, auf welche in demselben ausdrücklich
Bezug genommen wird. Nur wenn dem Berechtigten böser Glaube
nachgewiesen werden kann, verhält es sich anders.
d) Gegen den Inhalt des Stadtbuchs findet keine Verjährung
statt; desgleichen keine Restitution, es wäre denn, daß dem Berech-
tigten böser Glaube nachgewiesen werden könnte. — Der eingetra-
gene Gläubiger kann zu Stundungs- und Remissionsverträgen- nicht
gezwungen werden, und die Jntabulata werden von Special-In-
dulten nicht ergriffen.
e) Die durch das Stadtbuch gesicherten Rechte werden durch
keine Edictalcitationen ergriffen; so daß also auf solche keine An-
meldungen zu geschehen brauchen. Nur hinsichtlich der rückständi-
gen Geld- und Naturalabgaben, so wie der Zinsen, Schäden und
Kosten kommen hier Ausnahmen vor.
f) Die Tilgung der eingetragenen Pöste ist in Beziehung auf
die Nachfolger im Eigenthum des Grundstücks, so wie auf die sonst
eingetragenen, dabei betheiligten Gläubiger dergestalt unwiderruflich,
daß die getilgten Rechte ihnen gegenüber niemals wieder aufleben
können.
g) Die Einsicht der einzelnen Folien des Stadtbuchs steht dem
Eigenthümer frei; einem andern nur insofern und in soweit, als
er dessen Zustimmung oder ein rechtliches Interesse nachweist.
Zweites Kapitel.
DaS Recht der Hypotheken an ritterschastlichen Landgütern.
§. 7.
Historische Einleitung^).
Da bei weitem die meisten ritterschastlichen Landgüter in Meck-
lenburg Lehngüter sind, so hängt das Hypothekenrecht, welches sich

io) Vgl. Eschenbach, von den auf Lehngütern haftenden Schulden,

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