Full text: Volume (Bd. 10 (1846))

120 Beseler:
erfordert, wodurch das fragliche Schuldverhältniß nachgewiesen
wird.
s) Von dem Gegenstände, welcher durch die Eintra-
gung ergriffen wird. —
In dieser Hinsicht ist das Princip der Specialität strenge
durchgeführt, so daß die Regel gilt: das durch die Eintragung er-
worbene Recht ergreift nur das Grundstück, worauf die Eintragung
geschehen ist. Sollen daher für dieselbe Forderung zur größeren
Sicherheit mehrere Grundstücke verpfändet werden, so muß auf alle
einzelne Folien eingetragen werden. Doch steht es dem Schuldner-
frei, mehrere Grundstücke zu einem gemeinsam zu verschuldenden
Gütercompler zu vereinigen, indem dieses Verhältniß auf sämmtli-
chen Folien der vereinigten Grundstücke vorgemerkt wird, welche
dadurch gleichmäßig obligirt werden, während die Eintragung selbst
nur auf eins dieser Folien geschieht. Dabei ist aber unerläßliche
Bedingung, daß auf den einzelnen Grundstücken keine speciellen Ein-
tragungen haften, dieselben vielmehr entweder gar nicht oder nur
gemeinsam belastet sind. — Im Uebrigen ist das Princip der Spe-
cialität durchaus festgehalten; die Stadtbuchschrift, welche aus dem
verpfändeten Grundstücke nicht befriedigt worden, hat kein Vorzugs-
recht an der Generalmasse, während diese die Ueberschüsse der Spe-
cialmasse ohne Weiteres an sich zieht. Nur für Rostock ist die Ein-
tragung einer Generalhypothek, welche regelmäßig mit einer Ver-
pfändung zu Stadtbuch verbunden wird, ausnahmsweise im Gesetz
zugelassen worden, und zwar mit der früheren Wirkung, daß die
Stadtbuchschrift für den Fall, daß sie nicht aus der Specialmasse
befriedigt wird, an dem übrigen Vermögen des Schuldners ein
Vorzugsrecht hat. Doch soll dieß auch nur von demjenigen Theil
der Generalmasse gelten, der sich unter der Jurisdiction des Ro-
stocker Magistrats befindet, und unter der allgemeinen Voraussetzung,
daß der etwa ausgesprochene Concnrs bei dem Rostocker Gericht
anhängig ist.
b) Klagerecht auf die Eintragung. — Ein solches wird
gegen den Eigenthümer begründet durch die speeielle Verpfändung
des Grundstücks, und zwar in einer vom Normaltage an ausge-
stellten Urkunde. Klagerechte auf Eintragungen, welche gegen einen
früheren Eigenthümer begründet worden sind, können gegen den
Nachfolger im Eigenthum als solchen, d. h. ohne besondere Ver-

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