Full text: Volume (Bd. 7 (1842))

Bürgerliches Gesetzbuch für Hessen - Darmstadt. 377
Uebrigens können wir nach Betrachtung des Inhalts des Ent-
wurfs im Einzelnen nur zu dem im Eingänge dieses Aufsatzes vor-
angestellten Urtheile zurückkommen, daß wir eine nach Inhalt und
Form gediegene Arbeit vor uns haben und eine Arbeit, welche uns
so recht deutlich vor Augen legt, wie ein neues sachgemäßes, deut-
sches Gesetzbuch unserer Bildungsstufe allerdings möglich, daß jedoch,
um den vorliegenden Entwurf seiner Vollendung nahe zu bringen,
immer noch mannigfache Umgestaltungen desselben nöthig sind. So
sehr wir das deutsche Prinzip in demselben vorherrschend finden, so
sehr dürfen wir namentlich im Familienrechte eine noch bestimmtere
Aussonderung alles Fremdartigen fordern.
Ob wir von Iustinian, ob von Napoleon unser Recht hinneh-
men, ist am Ende für die Sache und für unser Nationalgesühl
gleich drückend. Wir haben nicht nöthig, da oder dort auswärts zu
suchen, um etwas Gutes zu finden: denn ein Rechtssystem ist keine
Mosaik. Wir haben vielmehr in der Natur des Rechts und der
gegebenen Verhältnisse einerseits, und in dem Charakter und dem
Bildungszustande unseres Volks andererseits schon die genügenden
Momente vorräthig, um das Gute auch in der Gesetzgebung aus
uns selbst zu entwickeln, und der gefundenen Wahrheit in der eigen-
thümlichen Sprache unseres Volkes einen entsprechenden Ausdruck zu
geben, wodurch allein dem Rechte der Uebergang aus den Gerichts-
stuben in's Leben gesichert, und so die Einheit des Rechts mit dem
Leben vermittelt wird.

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