Full text: Volume (Bd. 7 (1842))

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Purgold:
Das öffentliche Urtheil, und zwar nicht auf das nähere Inland
beschränkt, sondern im gesummten deutschen Vaterlande, wird als
competent zur Erörterung des Entwurfs anerkannt, der sonach aus
dem aufrichtigen Bestreben, das Beste zu leisten, hervorgegangen,
und eine um so unbefangenere Würdigung zu erfahren geeignet ist,
da er vorerst nur als eine Arbeit des Verfassers, nicht als ein authen-
tischer Entwurf sich ankündigt. Dem Entwürfe sind gleichzeitig Mo-
tive beigegeben, welche den Mangel einer Jurisprudenz theilweise
ersetzen werden.
Wir müssen hierbei an dasjenige erinnern, was in Beziehung
auf das Strafgesetzbuch bei uns geschehen ist. Nach definitiver Ge-
nehmigung dieses, nun bereits ins Leben getretenen, Gesetzbuchs er-
schien nämlich des Minifterialraths vr. Breidenbach klassischer Com-
mentar über dasselbe, und zwar doch wohl in seinen wesentlichen
Theilen mit einem halboffiziellen Charakter. Denn nicht nur
daß derselbe den Regierungs-Commissär zum Verfasser hat, führt
dieserauch an: „daß er durch Entschließung des Großherzogl.
„Ministeriums die Ermächtigung erhalten, die Ministerialacten
„bei Herausgabe des Commentars zu benutzen, und deren In-
halt zu veröffentlichen; auch ebenso bezüglich der Motive
„zu verfahren, welche der definitiven Redaction zum Grunde gelegt
„worden.-Eine selche unbeschränkte Mittheilung der Acten habe
„nur an eine innerhalb der Verwaltung befindliche Person
„geschehen können —, und so wolle nun der Verfasser die bisher
„verborgenen Quellen ergiebig machen." Eine solche Mitthei-
lung aus den Acten des Gesetzgebers selbst, und zwar aus den gan-
zen bis nach Rückkunft des Entwurfs aus den landständischen Kam-

„wird der nachstehende Entwurf des Personenrechts mit Motiven, als
„eine Arbeit des Redactors, beziehungsweise der zur Begutachtung
„des Entwurfs eines bürgerlichen Gesetzbuchs für das Großherzog-
„thum Hessen niedergesetzten Commisston, durch den Druck der Publi-
„cität übergeben, um bei den demnächstigen Entschließungen die in«
„zwischen laut gewordene Anfichten der in- und ausländischen Män-
„ner vom Fach benutzen zu können.
„Darmstadt am 26. Octbr. 1841.
„Gr. Hess. Ministerium des Innern und der Justiz.
„du Thil.„

2) Commentar Vorrede VIII.

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