Full text: Volume (Bd. 7 (1842))

Folgefähigkeit der vorehlichen Kinder. 339
und weü sie sich selbst auch nur in dieser— die gemeine Regel be-
schränkenden — Weise kund giebt"). Es darf deßhalb nicht ange-
nommen werden, daß durch dieses, blos bei Kronlehen die Mantel-
kinder ausschließende, Rescript die allgemeine Regel habe aufgehoben
werden wollen, nach welcher die per subs. matr. legitimirten Kinder
für, gleich den ehelich gebornen, succeffionsfähig angenommen werden."
Das Erkenntniß des Gerichtshofs zu Ulm wurde sodann auch
von dem Obertribunal unter dem 29. Juni 1841 bestätigt.
Nachdem in den Entscheidungsgründen zu diesem Urthell, unter
Beziehung auf I. H. Böhmer^), Hofacker44) und Di eck 45),
vorausgeschickt ist, daß der Freiherr Carl Ludwig Friederich von
L. durch die nachgefolgte Ehe seiner Eltern von selbst legitimirt
worden sei, da nach Cap. 6. X. qui 61. sint leg. (IV, 17) die
Legit, per subs. matr. eine unmittelbare Folge einer solchen nachfol-
genden Ehe sei, wird daselbst fortgefahren: „Ob nun der Freiherr
C. L. F. von L— in das adeliche Familien - Fideicommiß und
Stammgut I. zu succediren berechtigt sei, hängt zunächst von
der Beantwortung der Frage ab: ob demselben, als einem nur
durch nachfolgende Ehe seines Vaters legitimirten Kinde, dieses
Successionsrecht zustehe?"
„Daß sowohl nach römischem als kanonischem Rechte die Legi-
timation durch nachfolgende Ehe im Allgemeinen, und insbesondere
in Beziehung auf Succession, die vollen Rechte der ehelichen Geburt
bewirkte, ist in L. 10. C. V, 27; Nov. 12. C. 4; Nof. 89. C. 8, 9;
Cap. 1, 6. X. qui 61. sint leg. IV, 17 bestimmt ausgesprochen."
„Soll es daher in Absicht auf die Succession in adeliche Stamm-
güter sich anders verhalten, und dem durch nachfolgende Ehe Legi-
timirten ein gleiches Successionsrecht in diese Güter, wie dem wäh-
rend der Ehe Geborenen, nicht zukommen, so müßte eine solche Ab-
weichung von der allgemeinen Rechtsregel von dem, welcher sich
darauf beruft, nachgewiesen werden."
„Für eine solche Ausnahme wird hauptsächlich die bekannte Be-
stimmung des Lehenrechts in II. Feud. tit. 26. tz. 10 geltend gemacht,
42) S. hiegegen Reyscher in Bd. II. Heft 2. S. 218 dieser Zeitschrift.
43) 1. E. P. L. IV. tit. 17. §. 26.
44) Principia etc. §. 594.
45) Beiträge zu der Lehre von der Legitimation durch nachfolgende The re.
S. 201.

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