Full text: Volume (Bd. 7 (1842))

14. Zur Lehre von der Erbfolgefähigkeit der vorehelichen Kinder in Lehen und Stammgüter : Zwei Rechtsfälle : Nebst einem Zusatze der Redaction

XII.
Zur Lehre
von
der Crbfolgefähigkeit der vorehliehen Kinder
in Lehen und Stammgüter.
Zwei Rechtsfälle,
mitgetheilt von
T. G ö r i z,
Rechtskonsulent in Ulm.
Nebst einem Zusatz der Redaction.

Bei dem Interesse, welches die aus Veranlassung des Reichs-
gräflich Aldenburg -Bentinck'schen Erbfolgestreits seit mehreren Jah-
ren so vielfach für und wider erörterte Frage von der Erbfolgefähig-
keit der vorehelichen Kinder in Lehen und Stammgüter allenthalben
erweckt hat, bedarf es wohl keiner Rechtfertigung, wenn die Auf-
merksamkeit daraufhingelenkt wird, wie gleichzeitig damit und, zum
Theil wenigstens, gerade mit Rücksicht auf die in dem gedachten
Streit erwachsene Literatur und auf die durch die Forschungen der
Doktrin gewonnenen Resultate deutsche Gerichte jene Frage beant-
wortet und entschieden haben.
In jüngster Zeit kamen in Württemberg zwei Fälle vor, in wel-
chen den durch nachgefolgte Ehe legitimirten Kindern die Successions-
fähigkeit in Lehen und Stammgüter bestritten worden war. Beide
Fälle wurden in erster Instanz vor Kreisgerichtshöfen verhandelt,
und in beiden Fällen war an das Obertribunal appellirt worden.
Der eine dieser Gerichtshöfe nahm, wiewohl nicht mit voller Be-
stimmtheit, in seinen Entscheidungsgründen an, das gemeine Recht
schließe die Legitimirten von der Erbfolge in Ritterlehen aus; auch
sind jene Entscheidungsgründe in der Hinsicht von allgemeinerem
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