Full text: Volume (Bd. 9 (1899))

620 Dr. Tändler, lieber da?, Zwangsversteigeruiigsverfahren.
nicht vor dem Ablaufe von 6 Monaten nach ihrer Eintragung die Zwangsversteige-
rung des Grundstückes beantragen, so werden sie den bestehen bleibenden Realrechten
gegenüber so behandelt, als ob ihre -Sicherungshypothek diesem im Range näch-
st ände. Und damit diese mögliche Rangverschiebung auch dem gutgläubigen
Dritten nicht entgeht, der so eine Hypothek als Cessionar erwirbt, wird bei allen
Einträgen hinzugesetzt: „Die Eintragung ist auf Grund eines Zwangsversteigerungs-
verfahrens erfolgt."
Sind bedingte, betagte, von einem Widerspruche betroffene oder sonst un-
gewisse Ansprüche auf dem hier angegebenen Wege durch Uebertragung der
Forderung an den Ersteher oder den zahlungspflichtigen Dritten zu befriedigen,
so muß natürlich der Vertheilungsplan die entsprechende Bedingung zum Aus-
drucke bringen und sagen, wie der Betrag anderweit vertheilt werden soll, wenn
der Anspruch wegfällt. Ebenso gehalten wird es beim Einträge der Sicherungs-
hypothek.
8 30.
Obwohl nun die Betheiligten, statt der erhofften Baarzahlung, mit der
Uebertragung der Forderung gegen den Ersteher oder den zahlungspflichtigen
Dritten, welcher interveniri hat, und mit ihrer Sicherungshypothek sürlieb nehmen
müssen, wirkt doch diese Uebertragung (§ 118 Abs. 2) wie die Befriedigung aus
dem Grundstücke. Wenn also der bisherige Eigenthümer des Grundstückes oder
dessen Vorbcsitzer für den Anspruch persönlich gehaftet hätte, oder wenn noch ein
Mitverpflichteter vorhanden wäre, oder wenn noch andere nicht zur Zwangs-
versteigerung gelangte Grundstücke für die Forderung hafteten, so lösen sich alle
diese Rechtsbeziehungen.
Aber dem Gläubiger ist doch ein Mittel gegeben, diese, nach Befinden höchst
schädliche, Folge der Forderungsübertragung abzuwenden. Sie tritt nicht ein,
wenn er vor Ablauf von drei Monaten dem Vollstreckungsrichter gegenüber er-
klärt, er verzichte auf die Rechte aus der Uebertragung, oder wenn er innerhalb
dieser Zeit die Zwangsversteigerung des Grundstückes aus seiner Sicherungs-
hypothek betreibt. Beschränkt er sich auf den Verzicht, so wird er freilich aus
dem versteigerten Grundstücke nicht befriedigt. Aber man braucht nur an einen
Korrealgläubiger zu denken, dem noch ein anderes mitvcrsteigertes Grundstück
haftet, dessen Versteigerungserlös eingezahlt ist: Der Mann wird natürlich lieber
den BaarerlöS dort nehmen, als sich hier mit seinen Ansprüchen auf die lange
Bank schieben lassen.
8 31.
Nach Beendigung der Vertheilung und wenn der Zuschlag rechtskräftig
geworden ist, ersucht der Vollstreckungsrichter von amtswegen das Grundbuchamt, die
Veränderungen einzutragen, welche der Zuschlag in den Rechtsverhältnissen am
Grundstücke herbeigeführt hat. (§130.) Sein Ersuchen geht also dahin:
a. den Ersteher als Eigenthümer einzutragen;

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