Full text: Volume (Bd. 9 (1899))

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DistaiizgeschSst, Anerkennung der Faktur.

720 Jl. In einem Schreiben vom gleichen Tage thcilte Beklagte der Klägerin
mit, daß sie mit der Bemusterung gewartet habe, bis sie gute trockene Waare
liefern könnte; sie hoffe, Klägerin werde dieselbe beziehen können; die Muster seien
sämmtlich Primasorte, Sekunda koste 25 4 weniger. Nach weiteren Verhandlungen
über die Quantität der zu liefernden Felle drahtete Beklagte der Klägerin am
31. Mai 1895: „Kann höchstens eine Doppelladung geben, da nur 4000 Pro-
vinzfelle, 2000 Schwere disponibel. Könnte 2000 Scharren haben, oder- zurück-
lassen. Sekunda 275 billiger. 4 Monat Accept. Drahtantwort gebunden." —
Klägerin antwortete durch Telegramm von demselben Tage: „Acceptire, Durchsicht
Vorbehalten. Schreibet, wann empfangsbereit." — Zugleich erklärte sie der Be-
klagten brieflich, daß sie auf die Lieferung von etwa 3000 Scharren rechne. Be-
klagte erwiderte auf das Telegramm der Klägerin durch ein Schreiben vom
31. Mai 1895, in welchem sie bestätigte, daß Klägerin die in diesem Schreiben
bezeichneten Felle zu den daselbst angegebenen Preisen ab Königsberg, 4 Monat
Accept gekauft habe, mit dem Hinzufügen: „Die Waare ist fertig und würde mir,
falls Sie den Empfang selbst besorgen wollen, Ihr Besuch Dienstag oder Mittwoch
angenehm sein." — Klägerin drahtete darauf am 2. Juni 1895: „Reise vor Ende
nächster Woche unmöglich. Proponiren: expedirt Waare bestens sortirt, trasstrt
80 Prozent sofort; Rest nach Empfang der Sendung. Drahtet." — Beklagte
antwortete durch Telegramm vom 4. Juni 1895: „Bestehe sofortige Abladung,
Anerkennung der Faktura, Acceptirung des ganzen Fakturabetrages. Telegraphiret
Einverständniß, sonst Geschäft aufgehoben." — Klägerin drahtete hierauf an dem-
selben Tage:- „Einverstanden, verlassen uns wegen weiterer Geschäfte schußfreics,
musterkonformes Sortiment." — In dem Bestätigungsschreiben vom gleichen
Tage bemerkte sie: „Wir verlassen uns auf streng reelles und sorgfältiges Sorti-
ment, damit in regelmäßigem Verkehr mit Ihnen bleiben." — Aehnlich äußerte
sich Klägerin in einem Schreiben vom 6. Juni 1895, sie rechne darauf, daß Be-
klagte ein gutes Sortiment liefern werde, damit sie weiter bei der Beklagten be-
stellen könne. Beklagte sandte hierauf der Klägerin mittelst Dampfer über Lübeck
die in der Faktur vom 8. Juni 1895 anfgeführten, zu insgesammt 33738 Jl
35 4- berechneten Waare». Die am 20. Juni 1895 in Frankfurt eingetroffene
Waare wurde von der Klägerin nach stattgehabter Untersuchung mittelst Schreibens
vom 22. Juni 1895 beanstandet unter specieller Mängelrüge. Klägerin theilte in
diesem Schreiben der Beklagten ferner mit, daß sie die Sendung bei den Spedi-
teuren H. und I. L. & Co. in Frankfurt gelagert habe, und erklärte, sie erkenne
die ganze Sendung nicht als. vertragsmäßig an und beanspruche sofortige probe-
mäßige Lieferung in Qualität und Sortiment. Beklagte könne über die Felle dis-
poniren; wenn Beklagte erhebliche Kosten vermeiden wolle, müsse sie aber telegra-
phiren, daß sie die Dispositionsstellung der Klägerin anerkenne und sofortigen Er-
satz liefern. Beklagte erwiderte durch Depesche vom 24. Juni 1895, daß sie nur
ihr Sortiment verkauft, habe, und daher weder zur Zurücknahme, noch zur Ersatz-

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