Full text: Volume (Bd. 20 (1861))

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Die Lehre von den Mäklern.
Mäßigkeit aber sehr zweifelhaft erscheint. Der gewissenhafte Mäkler
wird die Eintragungen in sein Buch richtig uud sorgfältig besorgen
oder revidiren, auch wenn er sie nicht zu unterschreiben braucht,
der gewissenlose wird auch falsche Eintragungen leichtfertig unter-
zeichnen. Ueberdies laßt sich nicht feststellen, wann die Unterzeich-
nung erfolgt ist. Hat ein Mäkler dieselbe verabsäumt, so hindert
ihn nichts, wenn er einmal sein Buch vorlegen soll, nachträglich
am Ende der Eintragungen jedes Tages für viele Monate seine
Unterschrift hinzuzusetzen.
Dagegen dürfte es sich vielleicht sehr empfehlen, wenn das
Handelsgesetzbuch anordnen würde, daß die Mäklerbücher von Zeit
zu Zeit vom Handelsgericht oder einer andern Aufsichtsbehörde re-
vidirt werden sollen, damit die Handelsmäkler ein Compelle haben,
Bücher von so hoher Wichtigkeit für das Publikum stets ordnungs-
mäßig zu führen und damit der Richter, wenn er die Bücher ein-
mal braucht, sie nicht in tief eingewurzelter Unordnung vorfindet.
Art. 71 handelt von den Eintragungen. Dieselben müssen
Namen der Kontrahenten, Gegenstand und Preis des Geschäfts,
Zeit des Abschlusses und der Lieferung und andere wesentliche Be-
dingungen des Vertrages enthalten, in deutscher Sprache, oder
falls die Geschäftssprache des Ortes eine andere ist, in dieser geschehen,
und in chronologischer Reihenfolge ohne Zwischenräume erfolgen. Am
allgemeinen finden die Bestimmungen über Einrichtung der Handels-
bücher auch auf das Tagebuch der Handelsmäkler Anwendung.
Art. 73 verpflichtet die Handelsmäkler, den Parteien jeder
Zeit auf Verlangen beglaubigte Auszüge aus dem Tagebuch zu geben.
Art. 74 bestimmt, daß, wenn ein Handelsmäkler stirbt oder
aus dem Amte scheidet, sein Tagebuch bei der Behörde niederzu-
legen ist.
Zwischen diese Bestimmungen über das Tagebuch ist der von
Schlußnoten handelnde Artikel 72 eingeschoben.
Art. 75 bis £8 betreffen die Beweiskraft der Mäklerbücher
und Schlußnoten.
Nach denselben muß der Handelsmäkler ohne Verzug nach
Abschluß des Geschäfts jeder Partei eine von ihm Unter-
zeichnete Schlußnote zustellen, welche dieselben Thalsachen ent-
hält, welche den Gegenstand der Eintragung in das Mäklerbuch
bilden.

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