Full text: Volume (Bd. 20 (1861))

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Biener:

In Bezug auf Irland sind die uns vorliegenden Notizen nicht
völlig klar. Das Gesetz von 1753 ist nur für England und hier-
nach muß also in Irland das alte Recht gelten, wie es vor diesem
Statut in England bestand. Wirklich finden58) sich aus den Jah-
ren 1815—1841 reichliche Beispiele, in denen Irländische durch
verba äö xrssssnii geschlossene Ehen eine Anklage auf Bigamie be-
gründet haben. Demungeachtet ist in einem Falle59) von Bigamie,
Regina v. Millis, 1844, von dem Oberhause, wohin die Sache durch
Appellation gebracht worden war, angenommen worden, daß die
erste durch einen presbyterianischen Geistlichen in Irland celebrirte
Ehe eines der Hochkirche angehörenden Engländers nicht Bigamie
begründe. Durch ein Statut vom Jahr 1818 (58 Georg III.
Kap. 81) sei verordnet, daß auf eine Consensualehe hin bei einem
geistlichen Gericht in Irland eine kirchliche Celebration der Ehe
nicht nachgesucht werden dürfe, und dadurch sei für Irland die
Nothwendigkeit der Trauung durch einen episcopalen Geistlichen
eben so begründet, wie in England durch das Statut von .1753.
Der Schriftsteller, welchen wir benutzen, bestreitet dies, aber ohne
Ansicht des betreffenden Gesetzes laßt sich nichts Näheres darüber
sagen.
V. Die Reformation.
Der Consens, die gegenseitige Anerkennung des Ehebandes,
ist an sich selbst immer ein bürgerliches Uebereinkommen, und die
Ehe, welche er hervorbringt, ist, wenn ihr die Eigenschaft als
Sacrament nicht mehr beigelegt wird, ein weltlich Ding. Es liegt
dies ganz konsequent in den Bemerkungen, welche der Iesuitenge-
neral Lainez auf dem Tridentinischen Concil gemacht hat, wie be-
reits vorher angeführt worden ist. Er legt für das erclusive Recht
der Kirche allen Werth darauf, daß der Consens ohne weiteres mit
der Ehe und dem Sacrament zusammenfällt; an den äußersten Fall,
die Nichtanerkennung des Sakramentes, zu denken hatte er keinen
Beruf. Auch die englischen Juristen, wie vorher bemerkt worden
ist, sagen: in Schottland ist die Ehe ein Civilcontract, weil sie auf
dem einfachen Consens beruht und das Sacrament wegfällt. Die
englische Ehe dagegen, wie sie in dem Statut von 1753 an eine

58) Law Review No. III. p. 157,
59) Law Review p. 159.

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