Full text: Zeitschrift für deutsches Recht und deutsche Rechtswissenschaft (Bd. 4 (1840))

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Reyscher:

setzt von Schumacher, Hamburg, 1840), mit Einschluß der vielen
auf den Seehandel bezüglichen Bestimmungen nur 923 — , Gesetzes-
kraft erlange. Dann aber setzt unseres Bedenkens überhaupt ein
Handelsgesetzbuch das Vorhandensein eines allgemein bürgerlichen
Gesetzbuches voraus, zu dem es sofort nur die Ausnahmen zu bestim-
men hat. Namentlich möchten wir wünschen, daß erst die obschwe-
bende Frage: ob künftig die allgemeine oder, wie bisher, die beson-
dere Gütergemeinschaft in Württemberg die Regel bilden solle, ent-
schieden wäre. Die dem Entwurf beigegebenen Gründe (ein starker
Band von 1831 Seiten), wie der Entwurf selbst vom Obertribunal-
rath v. Hofacker bearbeitet, sind für diejenigen, welche sich mit
dem Handelsrecht beschäftigen, jedenfalls eine sehr schätzenswerthe
Zugabe, indem darin die Bestimmungen der verschiedenen neuen
Handelsgesetzbücher zusammengestellt und beurtheilt sind. Der neue
ungarische Wechselcoder (beiHeckenast in Pesth) konnte natür-
lich dabei noch nicht berücksichtigt werden. — Noch machen wir auf-
merksam auf die umfassende und gründliche Recension Treitschke's
über Einert's Wechselrecht in Richter's und Schneider's kritischen
Jahrbüchern für deutsche Rechtswissenschaft, Jahrgang 1840, Seite
506 f. und 716 f.
In Hinsicht auf die Forderungen aus Vergehen haben wir
nur einen gemeinrechtlichen Aufsatz anzuführen, bei dem es erst noch
zweifelhaft ist, ob er dahin gehört.
Ueber den Grund der Verbindlichkeit des Erzeugers, sein unehe-
liches Kind zu ernähren, von Busch, Regierungsrath in Arn-
stadt, im Archiv für civ. Praxis, Bd. LXIII. S. 216.
Hier wird behauptet, daß jener Grund nicht in einem Deliete, auch
nicht in der Verwandtschaft, sondern lediglich in der Thatsache der
Erzeugung liege. Zugleich kann hier noch hingewiesen werden auf
die Bemerkungen Wächter's zu dem württembergischen Gesetze
über die privatrechtlichen Folgen der Verbrechen und
Strafen, im Archiv a. a. O. S. 38, auch besonders gedruckt,
Heidelberg, 1840.
Für das Familien - und Erbrecht kommen hauptsächlich
die Schriften über den Bentinck'schen Streit in Betracht, welche oben
angeführt sind. Das Erbrecht ist überdies mit dem 2.Bd. des 2. TheilS
der Lehre von den Erbverträgen von G. Befeler (Göttingen,
Dietrich) bereichert worden, worin nun eine der wichtigeren Lehren
des deutschen Rechts in der bekannten geistig gründlichen Weise deS
Verfassers beschlossen ist. Einen Beitrag zur Familien-Gesetzgebung
des deutschen Adels enthält das landesherrlich bestätigte Stiftungs-
ftatut für die rheinisch ritterbürtige Ritterschaft zum Besten der von
der Succession in dem Grundeigenthum ausgeschlossenen Söhne
und Töchter (Telegraph für deutsche Gesetzkunde, 1. Jahrgang,

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