Full text: Zeitschrift für deutsches Recht und deutsche Rechtswissenschaft (Bd. 4 (1840))

Der reichsgräst. Bentincksche Erbfolgestreit. 281

IS. Neber die Legitimation durch nachfolgende Ehe in ihrem
Verhältnis; zum deutschen Recht und ihrem Einfluß auf die
Successionsfähigkeit des Beklagten.
I. Neber die Stellung und Behandlung der Rechtsfrage in
dem vorliegenden Streite.
tz. 8V.
Wenn das als Gewissensehe bezeichnete Verhältniß, welches
zwischen den Eltern des Beklagten bis zu deren Verehelichung im
I. 18l(> stattgesnnden, weder ihn: noch seinem Bruder ein Sueees-
sionsrecht in die aldenbnrgischen Fideieommißgüter gegeben haben
sollte, so behaupten sie, ein solches durch die Legitimation, durch
welche jene Verehelichung bewirkt worden, unbezweifelt erworben
zu haben. Sie selbst geben zu glauben vor, daß die Frage über die
Wirkung der Legitimation für sie nur von einer untergeordneten,
eventuellen Wichtigkeit fei1 2); mit den Klägern bin ich hierin aber,
wie das Vorige gelehrt hat, anderer Meinung, wiewohl ich glaube,
daß, selbst wenn die Frage zu GunstendcrBeklagten beantwortet werden
könnte, doch noch andere Bedenken sich gegen die Berechtigung, welche
sie in Anspruch nehmen, erheben. Wir würden uns hier lediglich
an die Familienstatnten halten können; da aber von den Beklagten
mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln bestritten wird, daß jene
die Legitimirten von der Snceession ausschließen, und es daher in
Frage kommen könnte, welche Entscheidung bei einem Schweigen
der Hansgesetze, die hier anwendbaren Rechtsgrundsätze ergeben
würden; da ferner das Verständniß und die Erklärung der Familien-
statuten durch die gehörige Auffassung der Legitimationslehre bedingt
wird: so kann sie ans dem Kreise unserer Betrachtung nicht ganz aus-
geschlossen werden, und ich hoffe, daß die Erörterung ein allgemein
wissenschaftliches Interesse, abgesehen von dem, welches sie durch
ihre Beriehung auf den vorliegenden Fall erregt, in Anspruch neh-
men dürfte.
Schon Klüber hat die Ehe-Legitimation für die Beklagten
geltend gemacht -). Aber erst ein paar Jahre später sind Di eck's

1) Dieck, Gewissensehe, S. 136.
2) Rechtliche Ausführung, S. J14 — 120 , womit zu vergleichen: (Claus)
Rechtfert. Darstellung, S. 89 — 103.

Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer