Full text: Volume (Bd. 3 (1893))

14. Abhandlungen

14.1. Ein fünfzigjähriges Professorenjubiläum : Der Geheime Justizrath Professor Dr. Adolf Schmidt in Leipzig feiert dieses Jubiläum am 2. Juni

'205

Ein fünfzigjähriges Professorenjubiläum.
Der Geheime Justizrath Professor Or. Adolf Schmidt in Leipzig feiert dieses
Jubiläum am 2. Juni. Dessen ehemalige Schüler an den verschiedenen Stätten
seines akademischen Wirkens, Männer in allen Lebensaltern und Lebensstellungen
haben sich vereinigt, ihm ihre Glückwünsche darzubringcn, ihren Dank, ihre Ver-
ehrung auszusprechen. Auch von anderen Seiten ist warme Theilnahme an diesen!
seltenen Feste zu erwarten. Unsere Zeitschrift hält es für eine ehrenvolle Pflicht,
sich diesen Wünschen, diesen wohlverdienten Huldigungen anzuschließen. Wird
doch bald ein Bierteljahrhundert verflossen sein, seit Schmidt an der Leipziger
Hochschule wirkt, und viele unserer sächsischen und unserer außersächsischen Leser
werden hier seinen Worten gelauscht haben, und im Gefühle des Dankes -für das,
was er ihnen war, auch uns Dank wissen, wenn wir mit beizutragen versuchen
zur Feier des Ehrentages eines ausgezeichneten akademischen Lehrers und eines
um die Rechtswissenschaft hochverdienten Gelehrten..
Der Lebensgang des Jubilars verlief, so viel uns bekannt, ohne Kämpfe und
besondere äußere Störungen. Ihm war beschicken, frei von Sorgen um sein Fort-
kommen, nur seinem Berufe und der ihm liebgewordenen Wissenschaft sich zu widmen,
lind in ernster angestrengter Arbeit hat er schon die Jahre seiner Jugend verbracht.
Am 4. November 1818 ist er zu Altstadt in der goldenen Aue geboren, wo sein
Vater Superintendent und Kirchenrath war. Im Jahre 1822 wurde der Vater nach
Ilmenau versetzt, und dort im „anmuthigen Thal, im immergrünen Hain" verlebte
er seine Knabenzeit und bereitete sich für das Gymnasium vor, das er im Jahre 1830
in Weimar bezog. Schon mit 16 Jahren wurde er (1834) in Jena als Jurist
inscribirt. Mit welchem Eifer er hier den Studien oblag, dafür gicbt Zeugniß, daß er
bereits im vierten Semester durch eine Abhandlung: „Do successionibus in bona
vacantiä ex jure Romano“ sich einen akademischen Preis errungen hat. Nicht
von vorübergehender Bedeutung war diese preisgekrönte Schrift des achtzehnjährigen
Studenten, sie findet bis auf den heutigen Tag noch Beachtung in der juristischen
Wissenschaft. Ueberall, wo die rechtliche Stellung des Fiskus, an den eine erblose
Erbschaft gelangt, erörtert ist, wird diese Erstlingsarbeit neben den Schriften der
berühmtesten Rechtsgelehrten erwähnt. So beispielsweise bei Vangerow II, § 564,
der sich wiederholt unter I, III auf die Ansichten von Schmidt beruft, Puchta
8 564, Windscheid § 622. Mit einer Ausgabe von Cicero's „oratio pro
Roscio comoedo“ erwarb er im Jahre 1840 die juristische Doktorwürde und
habilitirte sich als Privatdocent in Jena. Sodann veröffentlichte er im Jahre 1841
Archiv für Bürgerl. Recht u. Prozeß. IU. 18

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