Full text: Volume (Bd. 3 (1893))

242 Wegegerechligkeit. Zu §§ 535, 575 d. B.G.B.'s. Fundus intermedius.
und der jetzt J.'schen Parzelle Nr. 75 ein als solcher sichtbarer Fußweg geführt,
der von dem oberen Weg zugänglich gewesen ist und unten bis an den Chaussee-
graben der genannten Straße gereicht hat. Nach der Aussage Daniel B.'s hat
der Weg damals schon seit längerer Zeit bestanden; der Zeuge führt seine Ent-
stehung darauf zurück, daß die Leute, welche von der Klingenberg-Frauensteiner
Straße nach seinem Stammgute — das ist das jetzt dem Kläger gehörige Gut
Fol. 8 — oder auch nach dem oberen Wege gewollt, einfach ihren Weg an der Grenze
entlang genommen und dort das Gras niedergetreten, an der angrenzenden Stelle
des Grabens der Klingenberg-Frauensteiner Chaussee aber „richtige Stufen ge-
treten" haben. Auch der Zeuge T., welcher 51 Jahre alt und in Kleinbobritzsch
ausgewachsen, auch dort wohnhaft ist, hat bestätigt, daß „so lange er sich erinnern
könne", also zweifellos weit über das Jahr 1885 zurück, über die jetzt Z.'sche
Parzelle — das ist das Grundstück des Beklagten Parzelle Nr. 76 v — ein Fuß-
weg — von ihm ein „wilder Fußpfad" genannt — gegangen sei, welcher, soviel
er wisse, von Leuten, die „zu B.'s" (womit der Zeuge offenbar das jetzt dem
Kläger gehörige Gut Fol. 8 meint) wollten, und auch von Leuten, die weiter
gehen. wollten, benutzt worden sei.
2. Nach den Beweisergebnissen besteht die Möglichkeit, daß der gegen-
wärtig über die Parzelle Nr. 70c führende Weg, wie er von dem Zeugen und
dem Sachverständigen beschrieben worden ist, nicht allenthalben ganz genau die-
selbe Richtung einhält, wie jener im Jahre 1885 vorhanden gewesene. Der Zeuge T.
bemerkt, daß der von ihm erwähnte „wilde Fußpfad" von B. (dem Zeugen) Ende
der achtziger Jahre „verbaut worden sei und daß B. einen „neuen" Fußpfad
längs des Raines zwischen der J.'schen und seiner Wiese" angelegt habe. Auch
die Zeugin Verehel. B. erwähnt, daß, wie sie vom Hörensagen wisse, früher voll
dem Grundstücke ihres Ehemannes (des Klägers) direkt ein Weg „schräg über die
Parzelle Nr. 76 c" geführt habe, daß aber dieser Weg durch den Neubau (d. i.
durch den von Daniel B. im Jahre 1888 auf der Parzelle aufgeführten Bau
eines Wohnhauses) „theilweise verdrängt worden sei" und Daniel B. nun längs
der nördlichen Seite seines Grundstücks den gegenwärtig vorhandenen Weg ange-
legt habe. Daß es sich aber bei den von Daniel B. aus Anlaß seines Neubaues
bezüglich des über die Parzelle Nr. 76 c führenden Fußweges getroffenen Maß-
nahmen nicht um die Einziehung des früheren Wegs und um die Anlage eines
völlig neuen, mit dem letzteren sich nicht deckenden Weges gehandelt habe, geht
aus der eigenen Aussage B.'s hervor, daß er, als er das Stammgut an Trau-
gott M. verkauft und die Parzelle Nr. 76c bebaut gehabt, beschlossen habe, „den
thatsächlich gestehenden Steig" von der Poststraße nach dem Stammgute
und dem oberen Wege mit Stangen von seinem Grundstücke (der Parzelle Nr. 76 c)
abzutrennen. In demselben Sinne hat er auch bei seiner anderweiten Vernehmung
in der Berufungsinstanz angegeben, daß er, als er auf der Parzelle Nr. 76 c sein
Haus gebaut gehabt, unmittelbar darnach „den von den Leuten getretenes

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