Full text: Volume (Bd. 16 (1856))

Zur Geschichte des deutschen Strafrechts. 323
sandtschaft zu bestimmen. Es heißt sub voc. „Carnifex."—Car-
nifex apud Florentium Wigor. et Hovedenum a. 1040 recensetur
inter majora officia et ministeria regia. Rex Hardeknutus Alfricum
Eboracensem Archiepiscopum, Goduinum Comitem, Steir Majorem
domus, Edvicum Dispensatorem, Thrond suum Carnificem et alios
magnae dignitatis viros Londinum misit“ 9).
Eine andere Notiz, die mir nicht unbekannt war, von der ich
aber für den nächsten Zweck jener Abhandlung keinen Gebrauch
machte, weil das, was sie besagt, wie ich glaube, unter einen von
dem dort behandelten Gegenstand, verschiedenen Gesichtspunkt fällt,
gibt mir Bien er, mit der Bemerkung, „daß in etwas anderer
Weise sich ein Beispiel wirklichen Einflusses des Scharfrichters
finde". Bei dieser Gelegenheit möge erinnert werden, daß nicht sel-
ten jene Erecutoren sich durch ganz andere Rücksichten zur Thätig-
keit bestimmen und in einer Weise mißbrauchen ließen, die der Ge-
rechtigkeit, deren Werkzeug sie seyn sollten, eben so widersprach,
als den Vorschriften, nach denen sie allein in ihrem Gewissen und
nach ihrem Eide gesichert waren, nicht der Willkür und Unrechten
Gewalt zu dienen. Vergl. die auch von Hebel im Rhein. Haus-
freund behandelte Geschichte: „Aventure mysterieuse d’un bourreau
de Colmar“ in den von dem Grafen Montbrison 1853 herausgege-
benen M4moires de la baronne d’Oberkirch Tom. I. Chap. V. und
in den Mömoires secrets pour servir ä l’histoire des lettres. Edit.
deLondres 1788. Tom. X. p. 173 (ä la date du 13. Mai et du
16. Juin 1777 und über das Ganze Atbenaeum fra^äis premi&re
annöe 1854 Nr. 31 p. 7310" Es steht in dem Tagebuch des Nürn-
berger Scharfrichters Franz Schmidt, unter dem 26. Jan. 1580.
Es sollten drei Kindermörderinnen ertränkt werden. Am Tage der
Hinrichtung setzte er in Verbindung mit zwei Predigern, die er auch
nannte, durch, daß sie mit dem Schwert gerichtet wurden, was vor-
her bei Frauenzimmern nicht üblich war." „Ich besitze selbst eine
Handschrift (Abschrift aus dem 17. Iahr^O jenes merkwürdigen
Tagebuches. Der von mir erwähnte Punkt ist übrigens nicht un-
bekannt und z. B. in Henke Geschichte I. S. 286 angeführt rc."
Das Werk, in welchem die erwähnte Nachricht steht, ist ge-
druckt und enthält außer dem Tagebuch, das in Dieners Hand-
9) Hinzugefügt wird: „Galli, magnum Cocum, le grand Queu»,
vocarunt.“

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