Full text: Volume (Bd. 16 (1856))

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Maurer:
genoffenschaft beruhen, die mit einer reinen Markgenoffenschaft und
politischen Verbindung zusammenfiele. Jedenfalls möchten fich die
beiden letzteren Begriffe decken. Daß in den oben gegebenen Stel-
len, die einer späteren Zeit angehören, die Competenz dieser Ver-
eine von ihrem ursprünglichen Umfang abgeschwächt erscheint, ergibt
fich ans einem jedenfalls sehr alten Weisthum der Stadt Leycester,
wo noch die Leute des Orts Jemanden, der ham8oken verübt hatte,
aus der Stadt vertrieben 47). Dies ist zweifelsohne keine der Stadt
als solcher zugestandene Gerechtsame, sondern, wie die städtische ja
auf der Diermarkverfassung beruhte, ein uraltes Markenweisthum.
Das Rügegericht im Court-Leet bestand für Frevel in der Mark,
für Erhaltung der Wege u. s. w. durch das ganze Mittelalter und
Reste davon finden sich bis auf den heutigen Tag. Uns ist cs nur
von der normännischen Zeit her bekannt. Es wurde vom Gerefa,
des Herrn des Mauerium, als ungebotenes Ding in der Villa
oaxitalis abgehalten, und bezog sich rechtlich lediglich auf die ange-
gebenen Fälle; aus Gründen, die später sollen entwickelt werden,
fiel es aber häufig, mißbräuchlich, oder in den Hunderten des Königs,
mit dem großen Rügegericht zusammen. In den sogenannten Ar-
ticles de Veue de Fraunk Plegge sind übrigens die den Marken-
Rügegericht zukommcnden Fälle deutlich erkennbar. Das Verfahren
war, daß auf die gestellten Fragen die Dozeine antwortete.
Die Klage als öffentliche Anklage geht an sich aus von der
gesammten Genossenschaft; es mochte aber frühe Sitte werden, sie
aussprechen zu lassen von dem Minimum der vier versammelten
Bauerschaften, d. h. also entweder von den Majoritäten der ein-
zelnen Viertel, d. h. acht Männern oder dem gesammten Minimum
der Zwölf. Die Achtzahl kommt wenigstens in gewissen analogen
Verhältnissen vor; die Zwölf sprechen natürlich einstimmig im
Namen der Mark, die durch Zwölf erfolgende Aussage, d. h. hier
Anklage wurde indeß das allgemein Uebliche. Dieses Rügegericht,
oder vorzugsweise sogenannte Gourt-P,eet, bestand in allen Grund-
herrlichkeiten, wie Städten, die auf der Vierdörfer-Verfassung be-
ruhten.

47) Aus den »byelaws« des Portmanmote. The Gentleman’s Magazine.
1851. Vol. 36. p. 244.
48) Scho« im C. D. A. 8. n. 897.

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