Full text: Volume (Bd. 16 (1856))

16 Wtppermann:
die auf der Hand liegen, sollten denn doch von Rechts wegen auch
erkannt werden. Es steht mit der fuldischen Mark zu Bingen-
heim wie mit der hersfeldischen zu Hungen (Baur Arnsb.
UB. 1061). Uebrigens hatte das Fulder Stift die Grafen von
Ziegenhain mit der Centgrafschaft zu Bingenheim beliehen, so daß
diese, wofern ste nicht selbst das Gericht hegten, den Centgrafen
(Schultheiß), der in Echzell, einem benachbarten ebenfalls fuldisch-
ziegenhainischen Markhauptorte, wohnte, setzten. „Da (zu Bingen-
heim) soll ein' graue von Zigenhain ein voigt (und) obrister rich-
ter sin in der fuldischen margk über hals und Haupt und soll alle
gebot uf und abthun. — (Und soll) das berürt Gericht ein graue
von Zigenhain oder sin schultheis zu Echzell besitzen von eines
abts zu Fulda wegen oder wer da Bingenheim von eines abts zu
Fulda wegen inne hette" (Weisth. von 1434 und 1441 bei Grimm
III, 438 und 439). Es heißt dann weiter in diesen Weisthümern,
daß „alle die gelt und gut in der fuldischen margk haben, den
hoiff suchen sollen" (S. 438). In der Bingenheimer Holzallmende
konnten die Nachbarn kein Gut und noch weniger Geld haben;
die „fuldische Mark" kann also nicht die Holzmark der Cent, son-
dern nur die Cent selbst sein. Ferner heißt es: „Item da ein fraw
oder man komme gefaren uf die fuldische margk und sitze darin
jar und tagk ohne folge der Hern u. s. w." Wir denken, in dem
Markwalde wird Niemand Jahr und Tag sitzen. In gleichem
Sinne liest man S. 439: „da er widerumb in die fuldische marg
zöge". Ferner gibt es Fronhöfe in der fuldischen Mark (S. 439);
in der Allmende kann es keine Fronhöfe gegeben haben. Endlich

König Conrads I., sowohl den Comitat über den fränkischen Hessengau
wie über den sächsischen Gau Angrarien besaß (6. F. 645 - »Chun-
radus in suis comitatibus id est Angraria et Hessa«), und die Gra-
sen zn Hessen hin und wieder auch zugleich die Grafschaft des Ober-
lahngau'S hatten. So vielleicht schon Conrad der Aeltere (W e n ck II,
446, Rommel heff. Gesch. I. Anm. S. 70) und sein Sohn Herzog
Eberhard (Scriba Regesten von Oberhessen 227), jedenfalls nachge-
borene Söhne dieses Hauses (Otto, der Bruder Eberhards und König
Conrads I., Conrad Kurzbold u. s. w.). Die Grafschaft Hessen aber
war gegen andere gehalten so klein, daß die sächsischen Nachbarn darüber
swst spöttelten: Dissen, Deute, Haldorp, Ritte, Bune, Besse:
Dat sind der Hessen Dörper alle feffe!

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