Full text: Volume (Bd. 16 (1856))

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Reyscher:
Rechnung dieselben errichtet und unterhalten werden, das Eigen-
thum zu M), während der Gebrauch nach der verschiedenen Bestim-
mung dieser Anstalten sich richtet.
3) Allmanden, d. h. die zum gemeinen Gebrauche bestimmten
Theile der Markung. Dahin gehören die unangebauten Gründe,
wie Anger, Brüche, Raine, Moore und Haiden, welche theils zur
gemeinen Waide für das Vieh benützt, theils, wo nicht die Schä-
ferei einem Dritten zusteht, zur Schafwaide verliehen sind. Im
erstern Falle wird die Heerde aus den zur Waide tauglichen Thieren
der Gemeindegenossen gebildet, welche von dem gemeinen Hirten aus-
getrieben werden. Auch im zweiten Falle haben die Gemeindeglieder
gewöhnlich das Recht des Zutriebs einzelner Stücke (Bürgerschafe),
welche der Gemeindeschäfer zur Sommerhut in seine Heerde aufnimmt;
der Beftandzins aber für die Waide, sowie der Erlös aus dem ver-
liehenen Pferch (dem nächtlichen Dünger der auf. dem Felde lagernden
Heerde) fällt in die Gemeinde-Kasse. Das Eigenthum der All-
manden gehört, wo nicht ein gutsherrliches Proprietätsrecht oder
das ausschließliche Verfügungsrecht einer Realgemeinde erweislich
ist, der bürgerlichen Gemeinde"). Die Gemeindemitglieder können
recht II. 6. §. 73. "Die Corporation ist nicht befugt, von demjenigen,
was ein Mitglied, oder auch ein Fremder, ihr zu einem gewissen Zwecke
zugewendet hat, ohne deffen Genehmigung einen andern Gebrauch zu
machen.«
54) Schilter Exerc. 4. §. 10.
55) Cod. Maximil. Bavaricus II, 1. §. 6 und Anmerkungen v. Kreitt-
mayr's ad h. t. HohenlohifcheS Ldr. v. 1738. Th. III. TU. 19.
Leyser, jus Georgicum lib. 1. cap. 37. Cellarius (praes. W. A.
Schoepff) Diss. de bonis universitatum quae germ. vocantur
Allmanden, Tubingae 1740. §. 6. Davon geht auch ans ein würt-
tembergifcher Ministeria! - Erlaß vom 8. Nov. 1842, worin den
Kreisregierungen aufgetragen ist 1) daS Eigenthumsrecht der Gemeinden
an den Gütern, in Beziehung auf welche Realgemeinderechte ange-
sprochen werden, zu ermitteln, 2) zu untersuchen, ob die Nutzungen
jener Güter den Nutznießern nicht lediglich als Gemeindegenoffen zuge-
standen, in welchem Falle die Vorschriften des Bürgerrechtsgesetzes über
persönliche Gemeinde-Nutzungen anzuwenden wären; 3) diejenigen La-
sten, welche obgleich sie auf den Gemeinheitsgütern und den Realge-
meinderechten hafteten, doch auf die Bürgergemeindekaffe gewälzt wor-
den feien, den Gemeinderechtsbesitzern wieder aufzulegeu.

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