Full text: Volume (Bd. 12 (1902))

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Kretzschmar, Das Eigenthum an Grundstücken.
stücks die Gewährung der von der Amtshauptmannschaft sestgestellten Ent-
schädigung ab, und kann das eingeschlossene Grundstück weder mit einem
anstoßenden Gemeinde- oder Flurbezirke zu einem Jagdbezirke vereinigt,
noch ein besonderer Jagdbezirk aus ihm gebildet werden, so hat die Jagd
zu ruhen, es hat aber der Besitzer des umschließenden Grundstücks den
Wildschaden zu erstatten (Eins.-G. Art. 71 Nr. 3 in. Verb, mit § 4 des
Landesgesetzes vom 28. Mai 1898). Ruht die Jagd aus der Enklave um
deswillen, weil ihr Besitzer eine Verpachtung ablehnt, so findet ein Anspruch
auf Erstattung des Wildschadens nicht statt.
Die Schadensersatzpflicht tritt auch dann ein, wenn der Schaden von
Wechselwild angerichtet worden ist; eine Regreßpflicht desjenigen, in dessen
Revier das Wechselwild seinen Stand hat (Einf.-G. Art. 71 Nr. 7), findet
in Sachsen nicht statt. Ebensowenig ist eine Bestimmung der im Eins.-G.
Art. 71 Nr. 4 bezeichneten Art getroffen; vielmehr ist zufolge der aus-
drücklichen Vorschrift im § 5 des G. vom 28. Mai 1898, vorbehältlich
etwaiger vertragsmäßiger Verbindlichkeiten, niemand verbunden, zur Ab-
haltung des Wildes von seinem Grundstücke Mauern, Hecken, Zäune oder
Gräben oder sonstige Vorkehrungen zu treffen. Ebensowenig trifft aber
auch den Eigenthümer oder Besitzer eines Geheges eine. Verantwortung, für
den Wildschaden, der durch ein aus dem Gehege ausgetretenes jagdbares
Thier angerichtet wird. Dies aus Grund des Einf.-G. Art. 71 Nr. 2 zu
bestimmen, wurde mit Recht um deswillen abgelehnt, weil sonst derjenige,
der das Wild eingattert, schlechter gestellt sein würde wie derjenige, der
dies nicht thut.
Streitigkeiten über den Ersatz von Wildschaden werden unter Aus-
schluß des Rechtswegs im Verwaltungswege durch diejenige Amtshaupt-
mannschast entschieden, in deren Bezirk das geschädigte Grundstück liegt.
Der Beschädigte hat den Anspruch aus Ersatz des Wildschadens bei Ver-
lust des Anspruchs binnen einer dreitägigen, von der Kenntniß der Be-
schädigung an laufenden Frist bei der Amtshauptmünnschast anzumelden.
Zur Wahrung der Frist genügt die Absendung der Anmeldung (§§ 6, 7
des Gesetzes). Gegen die Entscheidung der Amtshäuptmannschaft. findet
Rekurs an die Kreishauptmannschast (G., die Organisation der Behörden
für die innere Verwaltung betr., vom 21. April 1873 8 31)/ und 'gegen
die Entscheidung der. Kreishauptmannschast wiederum findet die Anfech-
tungsklage statt (G. .über die Verwaltungsrechtspflege: vom 19. Juli 1900
8 73 Nr. 1). Also drei Instanzen. •
e) Das Fischereirecht.
Das Recht zur Fischerei steht in gewissen Beziehungen zu dem Wasser-
rechte. Ebenso wie das Jagdrecht setzt das Recht zur Fischerei begrifflich •
Archiv für Bürgerl. Recht «. Prozeß. XII. 34

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