Full text: Volume (Bd. 12 (1902))

330 Präjudizien. A. Bürgerliches Gesetzbuch für das Deutsche Reich.
willigen Verfügung zu übersenden (KG. 2. Juli 1900, Johow Bd. 20 A S. 262 —
Rechtspr. der O.L.G. Bd. 2 S. 64).
3. Vergl. zu 8 2260 Nr. 3.
4. Die Sachs. Archiv Bd. II S. 363 zu 8 2273 Nr. 2 mitgetheilte Entscheidung
ist auch abgedruckt: Entsch. in Angel, d. fr. Ger. Bd. 1 S. 180, Seufferts Archiv
3. F. Bd. 1 S. 229 und Johow Bd. 2l D S. 5.
8 2278. Es ist scharf zu unterscheiden zwischen den „vertragsmäßigen" Zu-
wendungen von Todeswegen, die den Gegenstand des Erbvertrags als solchen
bilden, und den einseitigen Verfügungen, welche von den Vertragschließenden mit
dem Erbvertrage verbunden worden sind (O.L.G. Dresden 4. Febr. 1901, Sächs.
Archiv Bd. 11 S. 517).
8 2300. Die Sächs. Archiv Bd. 11 S. 363 unter 8 2300 Nr. 2 unter Weg-
lassung der Angabe des Gerichts mitgetheilte Entsch. des K.G. 9. Juli 1900 ist
reformirt durch R.Ger. 1. April 1901 (s. zu 8 2259 Nr. 2).
8 2303. Das Pflichttheilsrecht des Bürgerlichen Gesetzbuchs ist kein Erbrecht,
sondern begründet nur einen persönlichen Anspruch des Pflichttheilsberechtigten
gegen den Erben auf Zahlung einer Geldsumme (L.G. Kolmar 16. März 1901,
Recht Bd. 5 S. 436; vergl. Entsch. des R.G. Bd. 6 S. 247, Bd. 21 S. 272, Bd. 23
S. 224).
8 2307. Das Wahlrecht nach 8 2307 greift auch Platz bei einer vor dem
1. Januar 1900 errichteten letztwilligen Verfügung, wenn der Erbfall nach dem
1. Januar 1900 eintritt (O.L.G. Kolmar 13. Febr. 1901, Seufferts Archiv 3. F.
Bd. 1 S. 318).
8 2311. Bei Berechnung des ordentlichen Pflichttheils ist nur der am Todes-
tage noch vorhanden gewesene Aktivnachlaß nach Abzug der Passiven zu Grunde
zu legen. Zu den Passiven zählen dabei auch die Beerdigungskosten (L.G. Kolmar
16. März 1901, Recht Bd. 5 S. 467).
8 2314. Der Erbe hat die erforderte Auskunft sofort zu ertheilen. Zögert
er, so giebt er zu einer etwa gegen ihn erhobenen Klage Veranlassung (O.L.G.
Königsberg 29. März 1901,-Rechtspr. der O.L.G. Bd. 3 S. 119).
8 2316. Ausgleichspflichtig sind auch Aussteuern, wenn und soweit sie als
Ausstattungen zu erachten sind (L.G. Kolmar 16. März 1901, Recht Bd. 5 S. 467).
8 2353. 1. Der Erbschein auf Grund eines gerichtlichen Testaments ist auch
dann auszustellen, wenn das Testament anfechtbar ist (O.L.G. Dresden 22. Jan.
1901, Ann. des O.L.G. Bd. 22 S. 204 ^ Recht Bd. 5 S. 467; a. M. K.G. 7. Okt.
1901, Enffch. in Angel, d. fr. Ger. Bd. 2 S. 217).
2. Aus einem Testamente ist ein Erbschein nur nach vorheriger Eröffnung
zu ertheilen (K.G. 4. März 1901, Johow Bd. 22 A S. 52).
3. Hinterläßt ein Erblasser eine schwangere Wittwe und eheliche Kinder, so
ist die Ertheilung eines Erbscheins für die Kinder als gesetzliche Erben ausgeschlossen,
bis durch die Geburt der Leibesfrucht sich die Größe ihrer Erbtheile ergiebt (K.G.
24. Juni 1901, Johow Bd. 22 A S. 61 — Entsch. in Angel, d. fr. Ger. Bd. 2
S. 160 — Rechtspr. der O.L.G. Bd. 3 S. 254). .
4. Ein Erbschein ist zu ertheilen auf Grund eines gemeinschaftlichen Testa-
ments von Eheleuten, wenn der eine vor, der andere nach dem 1. Januar 1900
gestorben ist (K.G. 18. März 1901, Rechtspr. der O.L.G. Bd. 2 S. 378).
5. Inhalt des Erbscheins: a) Der Erbschein hat die zur Zeit des Todes des
Erblassers vorhandenen Erben zu enthalten (L.G. Hamburg 14. Juli 1900, Centralbl.
Bd. 1 S. 764).

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