Full text: Volume (Bd. 12 (1902))

298 Präjudizien. A. Bürgerliches Gesetzbuch für das Deutsche Reich.
(R.Ger. 26. Jan. 1901 in Bestätigung der im Sächs. Archiv Bd. 11 S. 137 bei
8 1018 Nr. 3 abgedruckten Entsch. des K.G., Entsch. des R.Ger. Bd. 47 S. 202 --
Seufferts Archivs. F. Bd. 1 S. 268).
2. Die im Sächs. Archiv Bd. 11 S. 137 unter 8 1016 Nr. 2 erwähnte Ent-
scheidung ist auch im Sächs. Archiv Bd. 11 S. 102 sowie in Entsch. in Angel, d.
fr. Ger. Bd.. 1 S. 25 abgeoruckt.
3. Der Verzicht auf Schadenersatzansprüche ist nicht eintragungsfähig, er ist
lediglich obligatorischer Natur (K.G. 11. März 1901, Rechtspr. der O.L.G. Bd. 3
S. 291; K.G. 18. März 1901, Johow Bd. 21 A S. 310).
4. Auch die vertragsmäßige Beschränkung der dem einen Eigenthümer be-
stellten Grunddienstbarkeit bildet keine Grunddienstbarkeit zu Gunsten des andern
Eigenthümers (O.L.G. Kiel 7. Okt. 1901, Rechtspr. der O.L.G. Bd. 3 S. 292).
'8 1019. Voraussetzung für das Vorhandensein einer Grunddienstbarkeit ist
es, daß das bestellte dingliche Recht dem herrschenden Grundstück selbst dergestalt
unmittelbaren materiellen Vortheil bietet, daß dadurch sein Nutzungswerth an sich
erhöht wird (L.G. Zwickau 13. Okt. 1900, Centralbl. Bd. 2 S. 171 ---- Recht Bd. 5
S. 562).
8 1020. Der Eigenthümer des herrschenden Grundstücks, dem eine Wege-
gerechtigkeit eingeräumt ist, ist nicht ohne weiteres berechtigt- eine Tafel anzu-
bringen, deren Inschrift auf einen öffentlichen Weg hindeutet (R.G. 15. Juni 1900,
Seufferts Archiv 3 F. Bd. 1 S. 129 -- Gruchot Bd. 45 S. 1019).
8 1023. Es ist zulässig, daß ein größerer Grundstückskomplex mit Grund-
dienstbarkeiten belastet werde, die ersichtlich nur auf einem Theile desselben aus-
geübt werden dürfen, und daß die Dienstbarkeit dementsprechend eingetragen wird
(O.L.G. Dresden 29. Jan. 1901, Ann. des O.L.G. Bd. 22 S. 143 = Recht Bd. 5
S. 408).
§ 1094. Zulässig ist die Belastung eines Grundstücks mit einem Vorkaufs-'
rechte, dessen Ausübung auf bestimmte Grundstückstheile beschränkt ist (O.L.G.
Dresden 23. April 1901, Entsch. in Angel, d. fr. Ger. Bd. 2 S. 104 — Johow
Bd. 22 D S. 25).
8 U05. 1* Die einzelnen Leistungen einer im Grundbuch zu verzeichnenden
Reallast brauchen nicht mit einem ziffermäßig bestimmten Geldbetrag in das
Grundbuch eingetragen zu werden; jedoch muß der Inhalt der Reallast in der
Eintragsbewilligung soweit individualisirt werden, daß die in Betracht kommende
Höchstbelastung in einen Geldbetrag umgewandelt werden kann (K.G. 8. Juli
1901, Johow Bd. 22 A S. 304 = Entsch. in Angel, d. fr. Ger. Bd. 2 S. 191 ---
Rechtspr. der O.L.G. Bd. 3 S. 360).
2. Der Begriff der Realläst wird dadurch nicht ausgeschlossen, daß die
Leistungen nicht regelmäßig wiederkehren (R.Ger. 14. Jan. 1901, O.L.G. Stuttgart
31. Dez. 1900, Recht Bd. 5 S. 386, 409).
3. Die Sachs. Archiv Bd. 11 S. 137 bei 8 1105 Nr. 1 abgedruckte Ent-
scheidung s. auch Sächs. Archiv Bd. 11 S. 102 und Entsch. in Angel, d. fr. Ger.
Bd. 1 S. 25.
4. Die Belastung eines Grundstücks in der Weise, daß an denjenigen, zu
dessen Gunsten die Belastung erfolgt, eine bestimmte jährliche Geldrente während
einer gewissen Reihe von Jahren aus dem Grundstück (als Reallast) zu entrichten
ist, erscheint auch dann zulässig, wenn die Rente der Verzinsung und Tilgung
eines dem Grundstückseigentümer gegebenen Kapitals dient (K.G. 11. Febr. 1901,
Johow Bd. 21 A S. 312; K.G. 15. April 1901, Rechtspr. der O.L.G. Bd. 2 S.495).

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