Full text: Volume (Bd. 12 (1902))

Langheineken, Mindestgebot in der Theilungssubhastation. 275
Berechtigung dieses Satzes kann äs IsZ« Int» nicht zugegeben werden. Das
von Freund selbst a. a. O. S. 6 unter Fall IV behandelte Beispiel * wider-
legt ihn schlagend. Denn ist der Implorant A zu a/3, der andere Miteigen-
thümer B zu * l/3 berechtigt, und lastet an erster Stelle aus L's Antheil eine
Schuld von 300, an zweiter Stelle auf beiden Antheilen eine Totalpost
von 500, so bildet nach Freunds eigener Berechnungsmethode jene erste
Schuld ein wesentliches Element für die Bestimmung des Mindestgebots
aus 1400 (= 500 + 300: Aber auch Iacobi vermag dieses unbe-
friedigende Resultat mit seinem Verfahren nicht überall zu umgehen.
Denn in dem nebenstehenden Beispiele beziffert sich auch bei der von ihm
befürworteten Berechnungsweise in einer von A extrahirten
Theilungssubhastation das Mindestgebot infolge. des Vor- =
handenseins der Post L auf mehr als 8, nämlich auf 10. L
B hätte sogar dadurch, daß er an erster Stelle eine Post M
von 6 eintragen ließ, erreichen können, daß das Mindest- ^
gebot (nach Jacobi) sich aus 12 stellte. Wenn er also (S. 6 Note ** der
1. Spalte) es als ganz undenkbar bezeichnet, daß „jeder Miteigenthümer
es in der Hand hätte, durch übermäßige Belastung seines Antheils eine
ihm unliebsame Subhastation zu Hintertreiben", so ist das in dieser
Allgemeinheit nicht richtig. — Noch deutlicher treten die unerfreulichen
Konsequenzen des 8 182 Abs. 1 hervor bei der nebenstehend bezeichneten
Sachlage, die absichtlich etwas karikirt ist. Hier muß A, der nicht einmal
mit seinem überschuldeten Partners 6 irgend welche Be-
lastung gemeinsam hat, sich als Antragsteller gefallen || a b c
lassen, daß das Mindestgebot nach • der üblichen Aus- ~ ~~
legung des Gesetzes auf 102 (nach Jacobi aller- M
dings nur auf 6) festgesetzt wird! Möglicherweise N
ist das Grundstück infolgedessen unverkäuflich und
demnach das dem A durch B.G.B. § 749 Abs. 1 gewährte Recht illusorisch
geworden. Die von Jacobi empfohlene Methode vermeidet, wie nicht
zu leugnen, diese Unzuträglichkeiten in zahlreichen Fällen, aber sie ist nun
einmal nicht vom Gesetze approbirt worden und überschießt vielfach auch
das Ziel, während sie es in anderen Fällen, wo es auf dem Boden des
Gesetzes erreichbar ist, gerade verfehlt. Immerhin muß bei Jacobi das
Bestreben, eine gewiß nicht einfache Frage in selbständiger Weise zu be-
handeln, und der Scharfsinn anerkannt werden, den er bei der Ausbildung
Jäckel ebenda S. 488 a. E. und Kommentar 8 182 Nr. 1 S. 579 a. 31.; Reinhard
ex. a. O. S. 528 a. E. und Kommentar II § 182 Nr. Is S. 337 et. 3l.' Vorsichtiger
äußert sich die Denkschrift S. 118.
1 Vergl. auch Freund, Die Zwangsvollstreckung in Grundstücke S. 226.
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