Full text: Volume (Bd. 12 (1902))

234

Genußscheme, Rechte des Inhabers.

Aktien sollten dem Bankhause, das seiner Zeit die Genußscheine erhielt, zum
Nennmerthe mit der Verpflichtung überlassen werden, den derzeitigen Ge-
nußscheininhabern nach deren Wahl für je fünf Genußscheine drei Aktien zu
geben oder 3000 Mk. baar zu zahlen, wogegen die Gesellschaft ihrerseits sich
verbindlich machte, die eingetauschten Genußscheine dem Bankhause für je
600 Mk. abzukausen und außer Kurs zu setzen. Nach der Behauptung
der Beklagten ist diesem Beschlüsse am 8. Juni 1898 eine Versammlung
der Inhaber von 825 Genußscheinen vorausgegangen, bei welcher sich die
Besitzer von 800 Genußscheinen für die freiwillige Ablösung gemäß dem
obigen für sie angeblich vortheilhasten Vorschlag ausgesprochen hätten.
Der Kläger hat unbestritten an einer solchen Versammlung nicht theil-
genommen. Der Beschluß der Generalversammlung sowie die stattgesundene
Kapitalserhöhung selbst sind im Handelsregister verlautbart worden, nach-
dem von den Mitgliedern des Vorstandes und des Aufsichtsraths gemäß
Art. 209 § u. h des H.G.B. dem Handelsgerichte über den Hergang fol-
gender Bericht erstattet worden war:
„Die Erhöhung des Aktienkapitals ist vorgenommen worden, um die
Genußscheine zu beseitigen.
Diese Beseitigung ist insofern erwünscht, als dadurch eine Kategorie
ausgegebener Werthpapiere verschwindet, gegen deren Bestehen mannigfache
Bedenken erhoben wurden.
Ferner bietet die Umwandlung der Genußscheine in Aktien der Gesell-
schaft Vortheile, da sie die Genußscheine erwirbt und damit auch das Be-
zugsrecht aus die Gewinnantheilsquoten.
Die neuen Aktien sind mit 25% baar eingezahlt, während die rest-
lichen 75 % der Gesellschaft von der Firma Gebr. N. gutgeschrieben werden
und ist damit die Gesellschaft in den Stand gesetzt, die Genußscheine nach
mit Gebr. N. getroffenem Vertrage von diesen zu erwerben."
III. Von der Berechtigung des Umtausches haben alsbald die Besitzer
von 1143 Stück Genußscheinen Gebrauch gemacht, während die Gesellschaft
schon ftüher 2 Stück eingelöst hatte, ein weiteres Stück ist im Geschäfts-
jahre 1898/99 umgetauscht worden, 54 Stück, darunter 4, welche der Kläger
besitzt, haben sich dem Umtausch bisher ferngehalten. Die eingelösten
Genußscheine sind durch einen Aufdruck außer Kurs gesetzt, im übrigen
aber in ihrem bisherigen Zustande erhalten worden und werden von der
Beklagten mit ihren übrigen Werthpapieren aufbewahrt. Das im Ein-
gänge erwähnte Darlehn von 400000 Mk., welches in den Bilanzen per
30. September 1895 und 1896 als „Hypotheken-Prioritäts-Anleihe-Konto"
erscheint, ist im Jahre 1897 mit Hilfe einer Anleihe von 1000000 Mk.
(Post 2 der Passiva der Bilanz per 30. September 1897), welche zugleich

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer