Full text: Volume (Bd. 19 (1859))

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Dove:

thum in ungebrochener Kraft mehrere Jahrhunderte länger. Im
Jahre 1006 konnte der Bischof Arnold von Halberstadt den Würz-
burger Bischof Heinrich erinnern, daß die damals zur Dotation
von Bamberg erforderlichen Theile des Würzburger Sprengels
nach einer eigenen früheren Aeußerung Heinrichs für die Würz-
burger Kirche fast werthlos eine ungeheure Waldung bildeten, von
den Slaven bevölkert, wohin er nie oder nur selten seinen Fuß
gesetzt mj. Gerade an die Stiftung des Bamberger Bisthums
knüpften sich die Hoffnungen, diese Gegenden dem Chriftenthume zu
gewinnen m). Dennoch scheint die Christianisirung derselben selbst
in der ersten Hälfte des elften Jahrhunderts noch geringe Fort-
schritte gemacht zu haben
Der unverkennbar alterthümliche Charakter der in unserem
Sendrechte getroffenen Bestimmungen, namentlich die hervorra-
gende Stellung des Hunnen, welche wohl schwerlich die Annahme
eines jüngeren Alters für dasselbe gestattet, als das zehnte Jahr-
hundert, führt uns auf das Slavenland zwischen dem Untermain
und der Rednitz, auf die Sitze der Main- und Rednitzwenden als
seine Heimath. Auf diese passen denn auch die einzelnen Züge un-
serer Stelle. Hier im Würzburgischen war die Bevölkerung be?
128) Te parvum inde fruetum habere, totam illam terram paene silvam
esse, Slavos ibi habitare, te in illa longinqua vel nunquam vel raro
venisse,
129) Schreiben des Patriarchen voU Aquileja an den Bischof von
Würzburg bei äe L u d e w i g, Ser. rer. episeop. Bambergensis,
1718. T. I. p. 281: Omnipotenti Deo immensas gratias referimus,
quod per regem nostrum Henrieum (II) fundatissimam pacem omnibus
ecclesiis praestat, et insuper novam format ecclesiam, per quam et
de inimico humani generis in vicinas Slavorum gentes, Deo opitu-
lante , triumphabit et innumerabilem familiam per lavacrum regenera-
tionis sibi multiplicabit,
130) Cone, Bamb. a. 1058 bei Hartzheim, Cone. Germ. T. III. p. 126:
Erat enim plebs huius episcopii utpote ex maxima parte Slavonica
ritibus gentilium dedita, abhorrens a religione Christiana, tam in co-
gnatorum eonnubiis quam in decimationum contradictione decretis pa-
trum omnino contraria. Quapropter communi omnium iudicio confir-
matum est, ut qui sponte canonicis Decretis nollent obedire, compel-
lerentur intrare et qui canonice banno constrictus non decimaret, bonis
suis a Domino suo abdicaretur, donec resipiscere compelleretur.

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