Full text: Volume (Bd. 19 (1859))

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Reh scher:
darbieten "). Doch hat jede Verwaltung das Recht, in äußersten
Fällen, z. B. in Kriegszeiten, ihre Linien und Stationen zeitweise
ganz oder zum Theil für alle oder für gewisse Gattungen von Kor-
respondenz zu schließen"). Auch gehen die Staatsdepeschen,
und unter diesen besonders diejenigen, welche von den Staats-
oberhäuptern, Ministern und Gesandtschaften der vereinten Regie-
rungen ausgehen, desgleichen dringende Dienstdepeschen den
Privatdepeschen vor. Im Uebrigen richtet sich die Beförderung der
Depeschen nach der Reihenfolge, in der sie aufgegeben sind ,3)* Die-
selben können nach allen Orten aufgegeben werden, wohin die Be-
förderung ganz oder theilweise durch den Telegraphen möglich ist.
Liegt der Bestimmungsort nicht an einer Telegraphenstation, so
wird die Weiterbeförderung von dieser durch die Post, durch Estaf-
feten oder Boten vermittelt u).

§ 5.
Privat-Telegraphenrecht.
1) Recht-verhältniß der telegraphischen Korrespondenten
unter sich.
Daß der Autor eines telegraphischen Briefs für die von ihm
gemachten Mittheilungen ebenso verantwortlich ist, wie der Ver-
fasser eines andern Briefs oder der Urheber eines Signals, na-
mentlich sofern absichtliche oder verschuldete Täuschungen unterlau-
fen, kann im Allgemeinen nicht bezweifelt werden. Das Werkzeug
der elektrischen Telegraphie oder Fernschrift wirkt wohl in größere
Entfernungen und auf geheimnißvollere Weise als alle bisher be-
kannten telegraphischen Apparate (akustischer und optischer Tele-
graph); aber der Austausch der Gedanken wird dadurch in einer
sichereren, rascheren und umfassenderen Weise vollführt, als durch
jede andere, dasselbe bezweckende Erfindung des Alterthums oder
der Neuzeit. Da der telegraphischen Sprache ein vollständiges
Alphabet zu Grunde liegt, so sind alle Grundsätze der grammati-
schen und logischen Auslegung, wie bei andern schriftlichen Mü-
ll) Regt. tz 5.
12) Bgl. Vertrag Art. 5. Regl. § 2.
13) Verein-Vertrag Art. 13. Vertrag mit Rußland von 1854. Art. 6. Ebenso
in dem deutsch-französtsch-belgischen und in dem türkischen Vertrage.
14) Dienstanweisung § 9.

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