Full text: Volume (Bd. 19 (1859))

268 Reform des Grundkredits.
Zeitschrift für geeignet, einmal wegen der mittelbaren Beziehungen
jener Gesetze zum deutschen Rechte, worauf die auswärtigen Ver-
suche zum Theil beruhen, sodann aber auch wegen des Interesses,
welches die Versuche und Erfahrungen in einem bisher von den
Gesetzgebungen Deutschlands so vielfach behandelten Gebiete an
und für sich darbieten. Die Gesetzgebung keines Staats ist glück-
licher Weise so abgeschlossen, daß nicht die Fortschritte anderer
Staaten dabei benützt werden könnten; ja diese Benützung wird in
um so erhöhtem Maße Bedürfniß, je größere Anforderungen an
gesetzgeberische Arbeiten heutigen Tages gestellt werden und je mehr
der Verkehr unter den Staaten sich vervielfältigt. Ein Verzicht auf
die nationale Eigenthümlichkeit und Selbständigkeit ist darum durch
den Wettstreit der Nationen auf den verschiedenen Kulturfeldern nicht
geboten; und wir werden, namentlich was das vorliegende Thema
betrifft, bei aller unbefangenen Beurtheilung der auswärtigen Gesetze
nur selten im Falle seyn, ihnen einen Vorzug vor den unsrigen ein-
zuräumen. Einzelne deutsche Staaten stehen darin allerdings noch
zurück, diese werden darin eine Aufforderung finden, sich mit dem
wichtigen Gegenstände um so eifriger zu beschäftigen, und auch die
andern werden in den angezeigten Gesetzen manches Beachtenswerthe
finden. Daß das belgische Gesetz, obgleich älter, dem französischen
vorzuziehen ist, geht aus der obigen Darstellung deutlich hervor;
dieser Vorzug beruht eben darauf, daß es die deutschen Grundsätze
bewußter vor Augen gehabt und folgerechter entwickelt hat.
Auch in Portugal! wird gegenwärtig ein Versuch gemacht,
den Realcredit auf verbesserten gesetzlichen Grundlagen herzuftellen,
wie wir sie in den deutschen Grund-- und Unterpfandbüchern und
den nach dem Vorgänge Preußens eingeführten Pfandsystemen ha-
ben , s. Code reglementaire du Credit foncier, pr4sente ä la Cham-
bre des Pairs de Portugal dans la s4ance du 12- Juillet 1858 par
F. A. F. de Silva Ferrao, ancien ministre, pair, traduit par
C. Gr.avec une introduction et des notes de M. Martou,
avocat. Lisbonne, Paris et Bruxelles 1859. Mit Recht bemerkt
Herr Martou, welchem bereits das belgische Gesetz einen aus-
gezeichneten Kommentar verdankt, in seiner Einleitung: daß die
Lobpreisungen Troplongs auf das französische.Gesetz von 1855,
dessen Mängel in Frankreich selbst, von Valette und Andern
anerkannt sind, nicht durchaus gegründet seien,, daß namentlich

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