Full text: Volume (Bd. 19 (1859))

Zur Geschichte und Theorie des Rentmsaufes. 203
ne wel aver he den thins nicht ut rihten, de gene de den
thins hevet, de scal sic dar an holden dar he den thins inne

machen u. an die gewer setzen in alle dem rechten, als ob sew
is mit vrage u. mit urtail vor rechtem gericht erlanget «. wehapt
bieten. — Urk. a. 1376 ebendas. N. 16.
h) In bestimmter Zeit kann er sich das Gut eignen lasten.
Hamb. Recht v. 1270. II, 3: he schal eme dachdingen XIV nacht.
U. gift he enc denne nicht, so steit it an deine, des de tyns is,
ofte he ene af dryven wille, offte besitten laten.
GoSl. Stat. S. 21. Z. 5 st.: Wert eme nn sin tins nicht untworren
hinnen emme verndel iares na der tid dat he dat alsus gheeschet
heft mit gherichte, so scal he sek des huses underwinnen mit ge-
riclite u. scal sek dat laten eghenen u. vredewerken u. besitten
dat alse der stat recht is. Seder der tid ne heft jene dar nicht
mer an, des dat hus ghewesen hadde.
Lüb. Recht II, 238, Urk. a. 1348 und 1350 bei Pauli II. S. 31. —
Nach lübifchem Recht wird das Grundstück zuerst den Verwandten des
Rentenfchnldners angeboten. Urk. a. 1318 bei Pauli I. S. 122:
T. . . . prosecutus est pleno jure coram judicio duas domos Ni-
cholai . . . pro suo wicbelde, quod in eis habuit et quod inde non
persolvit suo termino : et fuerunt (sc. domus) per ipsum T. exhi-
bite coram Consulibus amicis uxoris dicti N., nec erat aliquis no-
mine ipsius nec nomine N. sui mariti, qui de ipsis domibus se
vellet intromittere, propter quod Consilium mandavit eas ipsi Ti-
demanno ascribi.
Vgl. auch Kraut N. 55. 69. — Nach all diesen Stellen wird der
Gläubiger Eigenthümer, erhält da« Grundstück ganz und gar und braucht
den Ueberschuß des Werths desselben über seine Rentenberechtigung nicht
herauszugeben, c) Als die Grundsätze, vom Darlehen auf daS Renten-
recht mehr zur Anwendung kamen, faßte man das Recht deS Gläubi-
gers, sich an das Grundstück zu halten, wie ein Pfandrecht auf und
wendete dessen Formen an. — Revid. Lüb. R. III, 8. 13: Gibt er ihme
aber die Rente nicht, so mag der Rentener mit hem Hause, als seinem
Pfände, verfahren. — Vgl. auch Kraut N. 56 u. 60. Hier erlangt
also der Rentengläubiger nicht das Eigenthum des Grundstücks , sondern
es wird dasselbe veräußert und aus dem Verkaufsgelde die Rentenschuld
getilgt; eine etwaige hyperocha fällt dem früheren Eigenthümer zu.
d) In einer Urk. a. 1477 bei Kraut N. 57 wird bestimmt, daß der
Gläubiger das Grundstück nur so weit nützen solle, um mit seinen ein-
zelnen Rentenforderungen befriedigt zu werden "so sollen sy fick holden

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