Full text: Volume (Bd. 19 (1859))

120 Delbrück: Zu Kap. 26 im Richtsteig Landrechts.
3) In diesem Falle, wo also beide Theile ein gleich starkes
Recht behaupten und der Beklagte besitzt, muß der Beklagte, nicht
aber der Kläger seinen Titel angeben, es ist also die Ansicht unrichtig,
daß bei gleich starkem Recht der Besitzer vergeht, §. 4.
4) Der Vorzug des Erbeigens vor dem Kaufeigen bezieht sich
nur auf den Fall der Veräußerung seitens des Erblassers und hat
insbesondere den Sinn, daß der Erbe näher ist, zu beweisen, daß
die Veräußerung ohne seinen Willen erfolgt ist, als der Beklagte
oder dessen Gewere das Gegentheil. Zu §. 5.
5) Das Beweisrecht ist nicht abhängig blos von dem formellen
Element des Anbietens gewisser Beweismittel, sondern richtet sich,
abgesehen vom Dingzeugniß, nach der inneren juristischen Natur des
Rechtsverhältnisses, §. 4 und 5.
6) Es giebt kein selbständiges Possessorium, §. 6.
7) Das Prinzip des Proclamations- und Edictal-Verfahrens
ist anerkannt. Auch der Nichtbesitzer kann unter Umständen zum
Aufgebot schreiten, §. 2.

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