Full text: Zeitschrift für deutsches Recht und deutsche Rechtswissenschaft (Bd. 6 (1841))

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Preußische Gesetzgebung vor Friedrich II.
znsammengetragen worden m); auf Veranlassung des Scheplitz'schen
Werkes, welches dem Titel nach auch aus Diestelmeyer'schen Ob-
servationen gezogen sein sollte, erklärte Lamprecht's Sohn und Nach-
folger im Canzleiamte, C h r i ft i an D i e st e lm e y e r, in einem besonde-
ren Schriftchen, daß sein Vater zwar keine Observationen, wohl aber
einzelne Constitutionen über zweifelhafte Fälle abgefasset habe13()),
und deren Aufzählung, welche er beifügt, stimmt, wenn auch nicht
für das eigentliche Landrecht, mit der Reihenfolge, doch durchgängig
mit den Rubriken der Titel jener kürzeren Redaktion überein ,3,J>
endlich bezeichnet ein drittes fast gleichzeitiges Zeugniß das im Ar-
chive noch befindliche Eremplar der älteren Recenfion, nach welchem
der Mylius'sche Abdruck gemacht worden, als von dem Canzler
Lamprccht Diestelmeper herrührend I32), und so darf wohl die Au-
129) Die betreffenden Worte, in Chr. G. Hoffmann's Differt, über die
Joachimiea, und hierans in der Vorrede der Pape'schen Ausgaben
von Scheplitz Consuet. S. 18 mitgetheilt, lauten: kaueis ante
obitum annis eonstitutiones Narcliiae conscripsit, atque in lias jus
et consuetudines istarum regionum contulit, vel hoc unico labore
de rcpublica promeritus; perfectionem et publicationem operis
Illustr. Electori nomothetae nostro commendavit; filio cancellario
cum aliis laboribus commisit, cpias propediem publici juris futuras
speramus, postquam id curat sedulo filius.
i so) Nach Mylius a. a. O. S. 4 ging diese Erklärung dahin, daß
sein Vater „keine Observationes eolligirt, sondern wie furgewesen,
Constitutiones Über zweiffelhaffte Fälle ausgehen zu lassen, habe
er deren etliche verfasset, aber durch andere impedimenta solche
nicht zu gemeiner Berathschlagung, Schluß und Approbation brin»
gen können, jedoch wohl gelitten, daß ehrliche gute Leute solche
ad privatos usus abgeschrieben, niemals aber solche publieiret
worden."
151) Mylins a. a. O. S. 5.
m) Es liegt nemlich dies Exemplar in einer Registratur v. 7. Mai
1598, wornach dasselbe bei Entsiegelung der Schreibstube des
Eanzlers Abraham v. Bellin vorgefunden, und von letzterem dabei
bemerkt worden ist, es sei „dies Bedenken, wie des Kammergericht
und Justitien Sachen anznstellen, vom alten Eantzler Lampr. Die-
stelmeyer aufs Papier bracht." (Vgl. Mylius a. a. O. S. 5). —
Scholtz a. a.O. S. 20 bezeichnet zwar diese Registratur als Sonn-
tags nach Jubilate den 7. Mai 1708 ausgenommen; es muß dies

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