Full text: Volume (Bd. 6 (1841))

Uebersicht d. deutschrechtl. Schriften v. I. 1841. 403
Indem der Verf. von dem Gesichtspunkt ausgeht, ,,daß ohne ein
stetes Zurückgehen auf die Urfrage des Hamburgischen Staatslebens die
innere Organisation und Bedeutung kaum eines seiner öffentlichen In-
stitute aufgefaßt werden könne," hat er ein nicht nur für seine Mitbürger
belehrendes und brauchbares, sondern auch im weitern Kreise Beachtung
verdienendes Werk geliefert. Ich werde über das, was seit einiger Zeit
für Kenntniß der Hamburgischen Rechte, Verfaffung, Geschichte gesche-
hen ist und geschieht, a. a. O. ausführlich berichten?
In Beziehung auf das Staats-Kirchenrecht, welches wir in
den Kreis unserer Zeitschrift gezogen haben, muß die Aufmerksamkeit
in dieser Uebersicht auf die Bearbeitung des ganzen Kirchenrechts hin-
geleitet werden, und dann zunächst auf das
Lehrbuch des katholischen und evangelischen Kir-
chenrechts mit besonderer Rücksicht auf deutsche Zustände v.
Ür.L. Richter o. Prof, zu Marburg, Leipzig b.B.Tauchnitz^»».,
wovon,indem ich dieses schreibe, mir noch erst die erste Abtheilung der all-
gemeinen Lehren, die Quellen des Kirchenrechts, die Verfaffung der ka-
tholischen Kirche vorliegt. Die Vorrede, aus welcher erst entnommen
werden kann, aus welchem Gesichtspunkt der Verf. selbst sein Werk —
das wir als eine Bereicherung der Wiffenschaft für alle die, welche
mit den anderweitigen Leistungen des Verf. bekannt sind, nicht erst zu
bezeichnen brauchen — betrachtet wissen will, soll mit der zweiten Ab-
theilung folgen. Was uns besonders nahe liegt, die Verfaffung unserer
eigenen Kirche und die Stellung derselben zum Staat, hat der Vers,
in einer Abhandlung im vorigen Jahrgang dieser Zeitschrift erörtert. —
Schon im vorjährigen Bericht ist ganz kurz genannt worden:
Handbuch des gemeinen und Preussischen Kirchen-
und Eherechts der Katholiken und Evangelischen v. Dr. L.
Gitzler Privatdocenten z. Breslau. Erste Abtheilung: das Kir-
chenrecht. Breslau b. H. Richter 1841. XXII 532 S. Zweite
Abtheilung: das Eherecht. 1840. XIII. 214 S.
Es war aber damals erst das Eherecht erschienen. ,,Die Intelli-
genz," sagt der Vers, in der Vorrede, ,,welche immer aus der Kirche
hervorging, hat seit der Reformation im Staate selbst ihre Hauptstütze
erhalten. Daher reicht aber auch im Verhaltniß zu der frühern Zeit
die Wirksamkeit des Staates zumal in der Gegenwart, viel weiter,
und der Staat kann jetzt Rechte in Anspruch nehmen, welche man
früher der Kirche sehr bereitwillig zugestand. Dadurch ist es geschehen,
daß man den Staat, wenn man bei der Geschichte der Vergangenheit
stehen blieb, als einen natürlichen Feind der Kirche betrachtete, als
ging er darauf aus, diese in ihrer Wirksamkeit zu hindern. Diese Feind-
schaft gegen den Staat mußte um so viel weiter gehen, als er nicht
selten auf die Auffassung der socialen Zustande in der neuern Philoso-
phie einging und die Kompetenz der Kirchengewalt beschrankte. Dazu
kam noch, daß man zu Ende des v. Jahrhunderts für alle Verhältnisse

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