Full text: Zeitschrift für deutsches Recht und deutsche Rechtswissenschaft (Bd. 6 (1841))

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Wilda:

sich beziehenden Reichsgesetze sind auf eine zweckmäßige und brauchbare
Weise herausgegeben von Fr. M. Oertel.
Von einem Autor, der ausdrücklich erklärt, nicht im Dienste der
Rechtswissenschaft, sondern nur der Geschichte gearbeitet zu haben, und
besten Werk allerdings auch nicht so beschaffen ist, um einem genauem
Studium der deutschen Reichsverfastung zu genügen, aber von ange-
henden Juristen doch als Hand- und Hülfsmittel benutzt werden kann,
ist eine Sammlung der wichtigsten auf die Verfassung des deutschen
Reiches sich beziehenden Reichsgesetze erschienen:
„Die Grundgesetze des deutschen Reiches zusammenge-
stellt, eingeleitet und historisch erklärt von F. M. Oertel, Prof,
und Lehrer an der Landesschule zu Meißen u. s. w. Leipzig, b.
Köhler. X u. 677 S. 8.
Theilweise hat der Verf. den Text nach handschriftlichen Quellen
besonders aus dem Staatsarchiv zu Dresden zu berichtigen gesucht.
Eine Gesetzsammlung für das Königreich Sachsen ähnlich wie Rey-
scher's Sammlung würtembergischer Gesetze hat Schaffrath zu ver-
anstalten begonnen. Es soll dieser auf 25 Theile nebst Register.
Bänden berechnete s. g. Codex Saxonicus alle praktisch-gültigen Ge-
setze von der ältesten Zeit bis zum Schluß des Jahres 184t, mit Aus-
schluß des Lausitzer Provinzialrechtes, nach dem einzelnen Theil der
Rechtswissenschaft systematisch geordnet, in chronologischer Reihenfolge
nebst Anmerkungen und Repertorien enthalten, und ist jetzt der erste
Band auch u. d. T.:
Codex juris Saxonis privati e!c. Altenburg b. Pierer
erschienen. Da mir die Mittel zur nähern Beurtheilung fehlen, so
verweise ich auf die Anzeige in den krit. Jahrbüchern für deutsche
Rechtswissenschaft v. 1842 S. 77, worin die Vollständigkeit, Treue
und Eorrectheit des Abdruckes gerühmt wird.
Wenden wir uns nun zu den rechtshistorischen Werken, so müssen
wir hier, außer des den Rechtsalterthümern angehörenden Aufsatzes von
I. Grimm in dieser Zeitschrift (Bd. 5. S. 1.) über Nothnunft
an Frauen zuerst gedenken:
„Die altdeutsche Gerichtsverfassung von Fr. W. Un-
ger d. R. Dr. Amtsassessor auch Privatdocenten. Göttingen in
der Dietrichschen Buchhandlung. XVI. 414 S.
Die Aufgabe, die der Verfasser dieses Buches sich ursprünglich ge-
stellt hatte, war: das Dunkel, welches ihm über die Beschaffenheit des
Gerichtswesens zu ruhen schien, auf welches der Sachsenspiegel in meh-
rern Stellen, besonders I, 2 Bezug nimmt, namentlich das Verhält-
niß des Gografen zum Schultheißen aufzuklären.
Da aber die dabei hervortretende Nothwendigkeit, die Bedeutung des
Schultheißen nach seinem Ursprung feftzustellen und nach seiner Entwicklung
zu verfolgen, ihn zu weitern Nachforschungen über die Grundlagen des
deutschen Gerichtswesens führte, so hielt er es für besser, seine eigentliche

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