Full text: Volume (Bd. 6 (1841))

Preußische Gesetzgebung vor Friedrich II. 31
§. 5.
Zu ähnlichen Resultaten führt die nähere Erwägung des
materiellen Rechtszustandcs der Mark während des sechszehnten und
siebzehnten Jahrhunderts, ehe die neuere Gesetzgebung, an Umfang
und Einfluß gewinnend, den Unterschied des provinziellen und ge-
meinen Rechts, wenn schon nicht vertilgte, doch zu vermindern an-
fing
Von allen Verhältnissen des öffentlichen Rechts, und selbst von

stnngen in Revers A. 72 disponircf wirb, den neuen Revers inferi
ren zu lassen bedenken getragen, und aber, weil die Landstände
allerseits darauf gar hart gehalten, sich gnädigst erklähret, daß
nicht minder I. Gu. in der Chur und Mark zu Brandenburg
wollen die Einlagen und Leistungen ungehindert gestatten, auch
die Landstände, um mehrerer Gewißheit willen, darüber unfern
Schein unterthänigst gesucht und gebethen, daß wir ihnen densel-
ben allerseits hiermit ertheilet haben. Es wird auch I. Gn. der-
selbigen erfolgten Erklärung wohl Nachkommen. (Mylius Thl. > I.
Abthl. 1. S. 170). — Vgl. auch Koppen 1. 1. Dec, 3. U. Sclieplit/.
I. 1. Lib. I. P. 4. tit. 3.
57) Hauptqnelle für den damaligen Rechtszustand sind die unter Kurf.
Johann Georg entworfenen Landesordnnngen deren bisher schon
mehrfach Erwähnung geschehen ist. Zwar find sie bloßes Projekt
geblieben; soweit sie indessen mehr referirenden, als constitntiven
Inhalts sind, und auf Herkommen und Gebrauch sich berufen,
können sie, wie auch allgemein anerkannt wird, um so mehr als
gültiges Zeugnis; erachtet werden, als deren Inhalt theils durch
einzelne Constitutionen, mehr noch durch die Schriften der märki-
schen Praktiker bestätigt wird, welche letzteren freilich mehr oder
weniger von der Ansicht unbedingter Recevtion des römischen
Rechts ausgehen, und den Zusammenhang der von ihnen beur-
kundeten Observanzen mit deutscher Rechtsausicht wenig oder gar
mcht beachten. Zu bedauren ist, daß die neuesten Bearbeitungen
des märkischen Provincialrechts, in Folge der ihnen zunächst ge-
stellten Aufgabe, sich zusehr auf Darlegung des heutigen Rechts-
zustandes beschränkt haben, und wo dieser, wie vielfach geschehen,
im Laufe des vorigen Jahrhunderts durch die Gesetzgebung geord-
net worden ist, nicht über diesen Zeitpunkt hinansgehen, über
die Rechtsgeschichte der Mark nur für einzelne Parthieeu Auf-
schluß gebe».

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