Full text: Volume (Bd. 6 (1841))

256 Abtheilung und Abschichtung der Kinder.
gefundenen Verzicht sind alle Rechte und Pflichten dem par. sup.
anheimgefallen, der jetzt allein den Gläubigern haftet. Das, was
die Kinder bei diesem Vertrag als Gegenleistung von dem parens
erhalten, kann von den Gläubigern nicht in Anspruch genommen
werden, so fern derselbe überhaupt freie Dispositionsbefugniß hatte
und nicht in fraudem creditorum handelte. Darauf bezieht sich
auch II, 2, 31 wo dem Kindergeld ein Pfandrecht, und zwar,
ist es ordentlicher Weis vor dem Rath geschehen, ein Vorzug vor
dem Brautschatz gegeben wird, wodurch die Kinder also, als Gläu-
biger des Gesammtvermögens, mit Vorzugsrechten vor fast allen
andern Gläubigern dargestellt sind. So sind auch die Fälle in
den Schl.-Holst. Anzeigen, alte Folge, IV, 391, zu erklären, wo
die Kinder nur für schuldig zu zahlen gehalten werden, wenn die
Abtheilung, als in fraudem creditorum geschehen, bewiesen wird.
Denn hier hatte auch eine vertragsmäßige Absonderung statt ge-
funden. Ebenfalls gehört hierher das Gutachten der Kieler Juri-
stenfacultät in Brinkmann, Rechtskunde I, S. 29, wo die Kin-
der für schuldig erklärt werden zu zahlen, wenn der Gläubiger
beweist: daß der Gemestischuldner, als er den in Frage befangenen
Ausspruch wegen des Eingebrachten seiner ersten Ehefrau zum
Besten der implor. Pupillen gethan, nicht mehr so viel im Ver-
mögen gehabt, um seine Gläubiger zu befriedigen, und zugleich die
ausgesprochene Summe seinen Kindern erster Ehe gewähren zu
können. Ferner stimmt hiermit überein der in-Heise und Cropp,
Abhandlungen II, 277 entschiedene Fall, bei dem nur, um den ge-
machten Unterschied zu erklären, zu berücksichtigen ist, daß dort par-
ticulaire Gütergemeinschaft gilt.
Hiermit glaube ich die Lehre von der Abschichtüng und Ab-
thellung hinreichend erörtert zu haben. Daß durch Vertrag und Testa-
ment bedeutende Veränderungen eintreten können, versteht sich von
selbst; doch gehören die dadurch bewirkten Modificationen, welche
übrigens auch nach den Grundsätzen über Verträge und Testamente
zu beurtheilen sind, nicht in den Bereich dieser Abhandlung, die nur
die Erörterung der gesetzlichen Bestimmungen über die Auflösung
der communio prorogata zu ihrem Zwecke hatte.

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