Full text: Volume (Bd. 6 (1841))

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nach Lübschem Recht.
nur durch einen Verzicht der Kinder, worauf die Artikel II, 2, 33
und 34 deutlich Hinweisen. Die Verfasser der Holst. Vorm.Ordn.
sind, wie schon oben gesagt, durch die Idee eines dem xsrens zu-
stehenden Obereigenthums, mit nur eventuellen Rechten der Kin-
der, zu dieser Unbilligkeit verleitet worden. Im Falle einer
reellen Theilung geht das volle Eigenthum auf die Kinder
über, auf mündige auch die freie Administration, die, sind sie un-
mündig, dem Vater zusteht, wie nach Holst. Vorm.Ord.§. 2 ebenfalls
über das anderswoher Erworbene. Damit ist der Ususfruct ver-
bunden, und er ist nicht verpflichtet, Rechnung abzulegen. Die Mut-
ter hat unter Zuziehung von Assistenten dieselben Rechte, mit der
Beschränkung, daß ihr nur ein gemeinschaftlicher Nießbrauch zusteht.
Die Eltern behalten Jntestaterbrechte an diesem Vermögen; doch
treten sie um zwei Grade zurück, die mit abgesonderten und nicht
abgesonderten Geschwister gehen vor.
b) An dem dem abschichtenden parens bleibenden
Vermögen behalten die Kinder, in so fern es Erbgüter sind, die
allgemeinen Rechte. Die Mutter, die mit den Kindern in der Ge-
meinschaft saß, konnte ohne der Kinder Einwilligung über nichts
disponiren, jetzt erhält sie freie Disposition. Die Kinder haben
überhaupt nur künftige, nemlich Erbrechte, die jedoch bedeutend mo-
dificirt sind. Hatte die Abschichtung nemlich zum Zweck einer zwei-
ten Ehe statt gefunden, und war diese beerbt, so sind ihnen alle
Rechte genommen; in den übrigen Fällen bleiben sie Jntestaterben,
jedoch nicht mehr die nächsten, die nicht abgesonderten gehen nem-
lich vor.
Ueber die Frage: ob die abgesonderten Kinder Pflicht-
theilsberechtigte sind? ist man nicht einig; die Meisten
läugnen es freilich, aber Runde, Mittermaier und Mevius
behaupten es nach meiner Meinung mit vollem Recht. Der An-
spruch auf einen Pflichttheil ging mit der Aufnahme des Römischen
Rechts in Deutschland auch in das Deutsche Recht über, da hier
derselbe Grund vorhanden war, der in Rom dazu führte, das
nahe Band der Verwandtschaft, welches durch Abschichtung nicht
aufgehoben wird. Die Gegner behaupten nun freilich, z. B. Pauli
S. 213. Stein 8.153, daß durch die Abschichtung schon der Pflicht-
theil auf die Kinder gekommen sei. Allein diese Behauptung ist
falsch, denn nicht immer erhalten die Kinder durch Abschichtung et-

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