Full text: Volume (Bd. 6 (1841))

250 Abtheilung und Abschichtung der Kinder
ster Ehe ein Recht haben, die aber so beschränkt wurde, weil sie
sonst häufig gegen den zweiten Ehegatten und dessen Kinder, wenn
von ihnen Vermögen zugebracht war, unbillig gewesen sein würde.
Die Vormünderverordnung für Holstein schreibt vor, daß bei
einer zweiten Ehe Abtheilung stattfinden solle; wird dieß nicht befolgt,
so soll, nach dem citirten §. 7, außer gewissen Nachtheilen, die den
Contraveniente» treffen, die Obrigkeit des Orts ihn zur rechtlichen
Theilung anhalten. Da aber nicht genau angegeben ist, wie die-
selbe dann zu machen sei, sondern es im §. 3 heißt: „nach jeden
Orts Rechten", so wird man so unterscheiden müssen. Kömmt es
während noch bestehender zweiter Ehe zur Erörterung dieser Frage,
so wird fingirt, der Zustand sei derselbe wie vor eingegangener Ehe,
und dann nach oben angegebener Weise getheilt; ist aber die zweite
Ehe schon wieder durch den Tod getrennt, so tritt die in II, 2, 26
und 28 vorgeschriebene ein.
IV. Welche Wirkungen hat die Abschichtung
Ultd Abtheilung?
Zur gehörigen Beantwortung dieser Frage ist ein dreifaches
Verhältniß zu berücksichtigen, das der Eltern und Kinder zu einan-
der, der Geschwister, und das Dritter zu den Eltern und Kindern.
A. Hinsichtlich des Verhältnisses zwischen Eltern und
Kinder haben wir unser Augenmerk nur auf das Vermögen, nicht
auf die persönlichen Beziehungen zu richten, diese bleiben unverän-
dert. Auf das Vermögen sind die Wirkungen verschieden, je nach-
dem Abschichtung oder Abtheilung stattgefunden hat.
1. Bei der Abschichtung ist zweierlei zu berücksichtigen, nem-
lich das Recht an dem abgesonderten, und dem den Eltern geblie-
benen Vermögen.
s. Hinsichtlich des er st er n treten verschiedene Wirkungen ein,
je nachdem die Auseinandersetzung durch einen Ausspruch oder reelle
Theilung geschieht. Im Falle eines Ausspruches bleibt das
Eigenthum bei den Eltern allein, die Kinder haben nach L. R. H,
2, 31 ein Forderungsrecht, das, ist es vor dem Rath geschehen,
einen Vorzug vor dem Brautschatz hat, sonst nur die Stelle des
Kindergeldes einnimmt; nach der Holst. Vorm.Ordn. §. 3 ein pro-
tocollirtes Pfandrecht. Erklären läßt sich dieß rücksichtlich des L. R.

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