Full text: Volume (Bd. 2 (1839))

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Reyscher:
nie getheilt werden solle '). Letzteres ist zwar nicht geschehen; viel-
mehr ward Göttingen nach dem Aussterben seines eigenen Regenten-
zweigs mit Kalenberg vereinigt 1 2). Aber die Enkel Wilhelm's des
Siegreichen, welcher Wolfenbüttel und Kalenberg zuletzt vereinigt
besessen hatte, theiltcn diese beiden Fürstenthümer wieder (1491),
und, als auch später der Zufall wollte, daß durch Aussterben der
kalenbergischen Linie (1584) unter Herzog Julius das ganze braun-
schweigische Land zusammenkam, und durch das Erlöschen der
braunschweigischen Linie die lüneburgische allein herrschend wurde
(1634), ward die Trennung Braunschweig - Wolfenbüttels von den
übrigen Landen durch den Theilungsvertrag vom 14. Der. 1635
verewigt, welcher dem Herzog August, Stifter des jetzigen braun-
schweigischen Hauses, jenes Fürstenthum überließ 3). War nun
freilich diesen Theilungen von Seite der Stände nicht zu begegnen,
so halfen doch Prälaten, Ritter und Städte stets getreulich mit, um
Hausund Land vor dem oft genug drohenden Untergange zu bewah-
ren, indem sie entweder Rückstände der landesherrlichen Kammer be-
zahlten, wie z. B. im Jahre 1614, wo die kalenbergischen Stände
6 Tonnen Golds fürstlicher Schulden übernahmen, oder, indem sie
den Landesherrn unmittelbar in laufenden Ausgaben, namentlich
Kriegslasten, unterstützten. So geschah es denn im 30jährigen
Kriege, daß die kalenbergischen Stände auf Begehren des Herzogs
eigene Deputirten ernannten, welche in dringenden Nothfällen nebst
Deputirten der wolfenbüttelschen Stände den fürstlichen Räthen
beistehen und die Gefahr mit übernehmen sollten 4). Während so
auf der einen Seite die Stände mittelst neu aufgefundener Hülfs-
quellen den Grundstock des Landes zu retten und zu erweitern trachte-
ten, wurden anderer Seits die Landesherrn mitunter durch unvorher-
gesehene Erwerbungen begünstigt, welche jedoch mehrentheils wieder
nicht ihre Person, sondern ihre Stellung als Reichsvasallen und
Nachfolger im Herzogsamte angingen. Dahin gehören namentlich
die Besitzungen, welche im 14. u. 15. Jahrhundert durch das Aus-
sterben des größten Theils von dem zahlreichen Herrenstande zwischen

1) Spittler, a. a. O. S. 104 u. 105, Anm.
2) Spittler, a. a. O. S. 107.
3) Rippentrop, a. a. O.
4) Spittler, a. a. O. S. 318.

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