Full text: Zeitschrift für deutsches Recht und deutsche Rechtswissenschaft (Bd. 2 (1839))

224 Reyscher:
in dem H. Bande dieser Zeitschrift für das wissenschaftliche Bedürf-
niß besonders ausgehoben.
Auch die Partie der Patente ist in einer kleinen Schrift genom-
men worden, welche jedoch nicht auf die Gutachten eingeht, und den
politischen (?) Standpunkt stets mit dem rechtlichen verwechselt: Die
hannoversche Regierung und das Staatsgrundgesetz von 1833 von
Gustav Zimmermann, Hannover, bei Helwing.
Indessen ist öffentlichen Blättern zufolge der Verkauf der ge-
dachten Facultäts-Gutachten, welche in kurzer Zeit in der zwei-
ten Auflage verbreitet, und bei ihrer Einstimmigkeit in der Haupt-
sache von großem Einflüsse auf die öffentliche Meinung geworden
sind, in mehreren Staaten verboten worden. (Was würde Schlö-
zer dazu sagen!)
Von großem Werthe für eine spätere historische Kritik ist:
Hannoverisches Portfolio, eine Sammlung von Aeten-
stücken zur Geschichte des haunov. Verfassungskampfeö. 2Bde.,
Stuttgart, bei Krabbe.
Dem zweiten Bande, welcher, wie der erste, mehrere, bei dem
Bunde eingereichte Beschwerden enthält, geht ein ausführliches
Vorwort voran, worin vou einer sehr geübten Feder zu beweisen
gesucht wird, daß der neuere Bundesbeschluß, wodurch die beschwer-
deführenden hannoverschen Corporationen wegen Jneompetenz abge-
wiesen sind und dem königl. Cabinete überlassen wird, den obschwe-
benden Verfassungsstreit mit den dermaligen Ständen beizulegen,
ausspreche, daß bundesrechtlich dem Fortbestehen des Staatsgrundge-
setzes nichts im Wege sei. Allerdings scheint aus jenem Beschluß
in der königl. Proelamation vom 10. Sept. 1839 zu viel gefolgert
zu sein, wenn angenommen wird, daß dadurch der jetzige factische
Zustand in Hannover gebilligt sei; allein ebensowenig scheint eine
dem Staatsgrundgesetze günstige Intention darin gefunden werden
zu können, da materiell durchaus nicht entschieden werden wollte.
Indessen wird man wohl annehmen können, daß, wenn etwas Bun-
deswidriges in dem Grundgesetze v. 1833 wahrzunehmen gewesen
wäre, es für die hohe Bundesversammlung nicht erst einer Veran-
lassung im Jahr 1839 bedurft hätte, um darauf aufmerksam zu wer-
den und dessen Abstellung bei der königl. Regierung in Hannover
zu veraulassen.
Nicht ohne Hinblick auf die hannoversche Verfassungssache
scheint ferner geschrieben die publieistische Abhandlung Mauren-
brecher'ö: die deutschen regierenden Fürsten und die Souveraine-
tät (Frankfurt, bei Varrentrapp).
Indessen zeigt sich auch aus dieser lehrreichen Schrift, wie selbst
die strengsten Arrhänger der Fürstengewalt nicht umhin können, in
gewissen Fällen wenigstens ein Recht des passiven Widerstandes
(S. 161) anzunehmen, indem der Vers, die Unterthanen ausdrück-
lich für befugt erklärt, verfassungs- und rechtswidrigen

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