Full text: Volume (Bd. 2 (1839))

Uebersicht überd.deutsch-rechtlicheLitteraturv.J. 1839* 217
tink'schen Familienfideicommiß - Herrschaften und Güter; her-
ausgeg. von den I)v. C. F. D iek und F. H. Eckenberg.
Leipzig, bei Bernh. Tauchnitz,jun.
Ohne uns auf eine nähere Prüfung der hier zur Sprache kom-
menden Streitfrage über die Lehenöfähigkeit der Mantelkinder einzu-
lassen, halten wir es für unsere Pflicht, zu berichtigen, was Diek,
auf den sich vielfach bezogen wird, in seinen Beiträgen zur Lehre
von der Legitimation durch nachf. Ehe S. 98 über die Ansichten
württembergischer Rechtsgelchrten anführt. Allerdings behauptet
W. A. Lauterbach, daß die Praxis abweichend von dem longo-
bardischen Rechte jene Lehensfolgefähigkeit annehme, selbst wenn
das Lehen von dem ersten Erwerber ausdrücklich für sich und seine
ehelichen Nachkommen empfangen worden. Ebenso vertheidigt ein
anderer württembergischer Schriftsteller des 17. Jahrhunderts, My-
ler Von Ehrenbach (Genealogia personarum imperii illustrium.
Stutgartiae 1664. Cap. XXIV. §. 1 n. 2) die vollkommene Gleich-
stellung der per matrimonium Legitimirten mit den ehelichen Kindern,
insbesondere in Hinsicht auf die Lehenöfolge, ausgenommen, wenn
dieselben von einem Fürsten oder Reichsgrafen mit einer persona in-
fimae conditionis erzeugt worden wären, freilich ohne dabei durch
eine andere Quelle, als das römische und kanonische Recht geleitet
zu sein. Dagegen haben zwei Schüler und nachmalige Collegen
Lauterbach's in Tübingen, Er. Mauritius (Positionum juris feu-
dalis decas IX. §. 1. vid ejd. Diss. etüpusc. ed.Hertius, Wetz-
lar 169*2, p. 728) und Bardili (Nucleus ex toto jure feud.
depromptus aph. 14. Nr. 8), welche Diek nebst anderen seiner
Gegner übersehen, sich der entgegengesetzten Meinung angenommen.
Anderntheils werden von Diek a. a. O. die tübinger Consi-
lien (tom. V. cons. 49. tom. IX. cons. 37) mit Unrecht für
seine den Mantelkindern (v o r eheliche Kinder möchten wir sie lieber
nennen; denn das Symbol des Mantels oder Gürtels ward schon
frühe beseitigt) günstige Meinung angeführt, indem an der einen
Stelle I. M. Graß (1711) sich für die Erbfolge der durch nachfol-
gende Ehe Anerkannten hinsichtlich einer Siedensgerechtigkeit in
Schwäbisch-Hall nur darum ausspricht, weil er diese für ein fionum
emphyteutieum (?) hält und daher zwischen per matrimonium und
per rescriptum Legitimirten zuletzt nicht unterscheidet, in dem ande-
ren Consilium aber (1741) W. A. Schöpff sich gerade gegen die
Legitimirten ausspricht. Keiner der angeführten Schriftsteller hat
übrigens, wie es scheint, auf die Observanzen des württembergi-
schen Lehenhofö Rücksicht genommen.
Dagegen bezeugt nicht blos Bunz in seiner Handschrift des
württembergischen Lehenrechts, sondern auch B r ey er, elementa juris
pubi. Wirtembergici (1787) p. 254, daß die vorehelichen Kin-
der nach der Praxis des württembergischen Lehenhofs zur Lehensfolge
für unfähig gehalten werden; und inUebereinstimmung hiermit steht

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