Full text: Volume (Bd. 2 (1839))

Uebersicht überd.deutsch-rechtlicheLitteraturv.3* 1839* 197
tend die gesummte Rechtswissenschaft, redigirt von I. Weiske
(Leipzig, bei Otto Wigand),
ist üu4. Hefte des H. Bandes bis zum Worte „Compromisi" ge-
langt. Die meisten Artikel enthalten ausführliche, manche derselben
ganz selbstständige Aufsätze. Besonders sind von dem vaterländischen
Gesichtspunkte aus gearbeitet die Artikel: Administrativ-Justiz, Aus-
träge, Autonomie, Auszug, Banken, Bann, Beamte, Begnadi-
gung, Bergrecht, Bodmerei. Auch die Artikel über einzelne Länder
und Städte, z. B. Baden, Baiern, Braunschweig, Bremen, ent-
halten erwünschte Andeutungen über die dortigen besonderen Rechts-
quellen und Rechtsznstände.
Das
Staats lerikon von C. v. Rotteck und C. Welker
(Altona, bei Hammerich),
ist bis zur 4. Lieferung des VIII. Bandes (Jesuiten — Jonische In-
seln) vorgerückt.
II. Naturrecht und Gesetzgebungswiffenschasb.
Bei dem Antheile, welchen wir dem rationellen Elemente an
der Entwicklung und Darstellung gegebener Zustände einränmerr
(Bd. I. S. 37), wird es nicht befremden, wenn wir auch die rechts-
philosophische Litteratur, insbesondere diejenigen Schriften berücksich-
tigen, welche das Verhältnisi der Rechtswissenschaft zur Gesetzge-
bung angehen. Zwar ist immer viel Streit unter den Naturrechts -
lehrern gewesen; allein war dasselbe nicht im Gebiete der Philoso-
phie überhaupt der Fall, und wer wollte darum der letztern ihren
Werth absprechen?
Eine Uebersicht der rechtsphilosophischen Theorien und des heu-
tigen Standes dieser Wissenschaft findet man in einem Aussatze
Warnkönig's: „Die gegenwärtige Krisis der Rechtsphiloso-
phie in Deutschland," in der deutschen Vierteljahrsschrift, 1839,
Heft IV, S. 233, und noch ausführlicher in einem Lehrbuche dessel-
ben Verfassers:
Rechtsphilosophie als Naturlehre des Rechts, von Dr.
L. A. Warnkönig, Prof, der Rechte in Freiburg im Breis-
gau. Wagnerische Buchhandlung, 1839.
Die ältere lateinische Schrift: Doctrina juris philosophica (Aquisgr.
1830) ist hier umgearbeitet, allein die frühere Auffassung des
Rechts aus einem dreifachen Principe, welches ebenso vielen Trieben
der menschlichen Natur entsprechen soll: dem der Nützlichkeit, Phil-
anthropie und Gerechtigkeit, beibehalten und eben damit auch, wie
wir fürchten, das Streben des Verfassers, seiner Theorie einen phi-
losophischen Charakter mitzntheilen, unerfüllt geblieben; denn ein
eklektischer Versuch dieser Art, welcher übrigens nicht neu ist (schon
Grotius, Rousseau, Hugo und Andere sind von ähnlichen Ideen

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