Full text: Volume (Bd. 2 (1839))

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Wilda:

eine Beschäftigung ohne eigentliche Hervorbringung, ohne uhiccic
Frncht und Ergebnis). Es hat aber das Alterthnm das Spiel —
wie eine vernünftige Leitung deffelben bei uns auch ein Mittel zur
Kindererziehung ist — zum Zweck der staatsbürgerlichen Erziehung
gebraucht; so sind die sogenannten Wettspiele ein besonderer Gegen-
stand der gesetzgeberischen Aufmerksamkeit und Pflege geworden.
Spiele der Art, sic mögen öffentlich oder als Privatübung stattfinden,
werden auch, wenn dem Sieger ein ausgesetzterPreis, möge er in ei-
nem bloßen Siegeszeichen oder auch in Geld oder Geldeswerth beste-
ben, zuerkannt wird, dadurch Nicht zu Gewinnspielen. Ein Gleiches
ist aber auch der Fall, wenn das Spiel nicht eigentlich in einer Dar-
legung überlegener Körper- und Geisteskräfte besteht, aber die Mit-
spieler sich es doch in irgend einer Weise znvorzuthnn suchen, eine
Art Kampf und Sieg stattffndct, der bald durch irgend eine Fertig-
keit, bald durch Gunst des Glückes oder wohl durch Beides zu-
gleich herbeigeführt wird, so lange der eigentliche Zweck hier die Un-
terhaltung bleibt, der Gewinn dabei, wenn er auch in Geld besteht,
nur als das Secundare in Betracht kommt. Wenn aber der Preis
des Sieges, der Gewinn seines Werthes wegen Gegenstand des
Wetteifers wird, wenn er es ist, der zum Spiele hinzieht, so ändert
sich der Charakter des Spieles, das Wett- oder Unterhaltungsspiel
wird zum Gewinn- und nothwendig auch znm Wagespiel, weil
da, wo viel gewonnen werden soll, auch in irgend einer entsprechen-
den Weise eingesetzt und möglicher Verlust erwartet werden muß.
Man könnte selbst sagen, daß es damit (wiewohl man oft gerade au
diese letzte Gattung bei dem Worte Spiel vorzugsweise zu denken
pflegt) seinen Charakter als Spiel überhaupt aufgibt; es ver-
schwindet, wo die gewinnsüchtige Absicht hervortrilt, die Harmlosig-
keit, die in dem Wesen des Spieles als solchen begründet ist, und
das leichtere, dem Ernst entfremdete Interesse, welches das Spiel
als Unterhaltung gewährt; statt Erholung von der Arbeit zu ge-
währen, wird das Spiel zum Mittel des Erwerbes, ohne darum
aufzuhören eine für das bürgerliche Leben eigentlich unprodu-
ctive Thätigkeit zu sein. Da bei den Gewinnspielen Alles ledig-
lich darauf ankommt, daß eine Entscheidung, und wohl zugleich auch
daß diese möglichst schnell und in rascher Folge herbeigeführt wird,
so folgt daraus, daß die Vornahme, die als Spiel gilt, wie es bei
unfern sogenannten Hazardspiclen meist der Fall ist, gewöhnlich

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